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Linke flog aus dem Parlament

 

wahl

Version vom 26.10., 23:30h

Jetzt mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis.

Keine sozialdemokratische, Linke oder Grüne Kraft wird  im neuen polnischen Parlament (Sejm) vertreten sein. Bei der Wahl am 25. Oktober 2015 zeigte sich schon eine Stunde nach Schließung der Wahllokale ein Ergebnis mit einem deutlichen Rechtsruck.

An der Spitze liegt jetzt die nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) von Kaczynski mit ihrer Spitzenkandidatin Beata Szydlo. Sie errang 37,58 % und  232 der 460 Sitze. Damit hat sie die absolute Mehrheit erreicht..

An zweiter Stelle ist die bislang regierende liberal-konservative Bürgerplattform (PO) mit 24,09 % und 137 Abgeordneten. Es folgt die konservativ-populistische Bewegung von Pawel Kukiz mit 8,81 %, das sind 42 Abgeordnete und die wirtschaftsliberale „Moderne“ von Ryszard Petru, die 7,6% und 30 Abgeordnete erhält. Ebenfalls ins Parlament ziehen ein die landwirtschaftlich orientierte konservative PSL, die 5,13% und damit 18 Sitze erhält. Mit einem Abgeordneten wird auf Grund der Sonderrechte die Liste der deutschen Minderheit im Sejm vertreten sein, die 0,18% errang.

Der extra für diese Wahl gebildete Zusammenschluss von sechs sozialdemokratisch, linken und grünen Organisationen „Vereinigte Linke“ hat zusammen nur 7,55 Prozent erreicht. Da für einzelne Parteien die Hürde zwar bei 5%, für Wahlbündnisse aber bei 8% liegt, ist sie nicht im Sejm vertreten. Das gleiche gilt für die konservativ-monarchistische „Koalition der Erneuerung der Republik“, die auf 4,76 % kommt sowie die sozialdemokratisch/sozialistische „Razem“ (Gemeinsam), die allerdings nicht gemeinsam mit dem Linksbündnis angetreten ist. Sie erreicht nur 3,62 %.

Auch die alte Teilung Polens in das westliche PO-kontrollierte Gebiet und die östlichen PiS Höhepunkte stimmt nur noch teilweise. Auch im Westen konnte PiS nämlich teilweise stärkste Partei werden. Nur noch in 3 der 16 Wojewodschaften ist PO die stärkste Partei: Pommern, Westpommern und Oppeln. Allerdings sind die Werte noch unterschiedlich. In Lubuskie (Zielona Gora) errang PiS 30,3%, in Malopolska (Kraków) 47,4 und in Podkarpackie (Rzeszów) gar 51,5%.

Die konservativ-populistische Bewegung von Pawel Kukiz erreichte ihr stärkstes Ergebnis in der Wojewodschaft Opole (Oppeln) mit 13,3.

 

Vereinigte Linke

Logo_ZjednoczonaLewicaNach dem Muster anderer Länder wie Griechenland oder Portugal hat sich für die Parlamentswahl am 25. Oktober auch ein neues Linksbündnis in Polen formiert. Unter dem Namen  Zjednoczona Lewica (Vereinigte Linke; abgekürzt ZL) vereint es Parteien der politischen Linken, des Liberalismus und der Grünen Bewegung. Spitzenpolitiker sind unter anderem Leszek Miller, Janusz Palikot, Barbara Nowacka, Waldemar Witkowski, Adam Ostolski, Małgorzata Tracz und Bogusław Gorski.

Ziel des Wahlbündnisses, das am 7. September 2015 zur Parlamentswahl registriert wurde, ist es, nach den desaströsen Wahlergebnissen der einzelnen Parteien bei vorausgegangenen Wahlen den Einzug politisch linker Kräfte in den Sejm zu sichern. Für das polnische Parlament gilt eine 8-Prozent-Hürde.

Spitzenkandidatin ist Barbara Nowacka. Die 1975 geborene Politikerin entstammt der von Janusz Palikot geführten links-liberalen Partei Twój Ruch. Nowacka studierte an der Polnisch-Japanischen Hochschule für Computertechnik in Warschau und an der Verwaltungsfakultät der Universität Warschau. Seit 1993 war sie im Vertrauensnotruf der Föderation für Frauen und Familienplanung tätig.

Das Wahlbündnis ist bereits der dritte Versuch in den letzten Jahren durch Zusammenschluss mehrerer Parteien des linken Spektrums Wahlerfolge zu feiern. Bereits zwischen 2006 und 2008 hatte man sich als Linke und Demokraten (Wahlbündnis zur Kommunalwahl 2006 und Parlamentswahl 2007) zusammengeschlossen. Erfolglos blieb die 2014 gebildete Initiative Europa Plus (Wahlbündnis zur Europawahl 2014).

Folgende sechs Parteien gehören dem Wahlbündnis offiziell an:

  •     Sojusz Lewicy Demokratycznej (Bund der demokratischen Linken; SLD), 1991 gebildete, sozialdemokratische Nachfolgepartei der früheren regierenden Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei.
  •     Twój Ruch (Deine Bewegung, TR), 2013 aus der Bürgerplattform hervor gegangene links-liberale Partei
  •     Polska Partia Socjalistyczna (Polnische Sozialistische Partei, PPS), 1892 in Paris gegründete sozialistische Partei von Exilpolen, die sich am Erfurter Programm der SPD orientierte
  •     Unia Pracy (Arbeitsunion, UP) 1992 gegründete, aus dem Umfeld von Solidarnosc  hervorgegangene sozialdemokratische Partei
  •     Partia Zieloni (Partei Die Grünen, PZ), 2004 gegründete grüne Partei
  •    Polska Partia Pracy (Polnische Arbeitspartei), 2001 gebildete, im Selbstverständnis klassisch sozialistische Partei

Das neue Wahlbündnis ist im Internet zu finden unter http://zjednoczona-lewica.pl/

Zum Tode von Harri Czepuck

Journalistischer Anfang

in der polnischen Kriegsgefangenschaft

Aktiv für die deutsch-polnische Verständigung

Von Karl Forster

Harri Czepucks Leben war auf vielfältige Weise mit den deutsch-polnischen Beziehungen verbunden. In drei deutsch-polnischen Gesellschaften wirkte er für Verständigung mit den Nachbarn.

Geboren wurde Czepuck 1927 im damaligen Breslau (nicht Wrocław, wie ND-Chefredakteur Tom Strohschneider in seinem Nachruf fälschlich schrieb). Sein Vater war als Kommunist von den Nazis verhaftet worden. Er selbst wurde, noch bevor er sich politisch engagieren konnte, als 17jähriger zum Kriegsdienst eingezogen, im Sommer 1944. Nur wenige Monate später, im April 1945 fand er sich in der Schlacht bei Halbe, südlich Berlin, wo er in sowjetische Kriegsgefangenschaft ging. Seine erste Station war Sagan (heute Żagań, Wojewodschaft Lebus), ein vormals deutsches Kriegsgefangenenlager, später ging es weiter nach Osten. In der Folge des sogenannten Potsdamer Abkommens entstand Polen in neuen, westlich verschobenen Grenzen. Und eine Vereinbarung zwischen der neuen polnischen und der sowjetischen Regierung besagte, dass alle, sich am 2. August 1945 auf den neuen polnischen Gebieten befindlichen deutschen Kriegsgefangenen „künftig in polnischem Gewahrsam für Reparationen oder Wiedergutmachung – wie immer man das offiziell auch bezeichnen mochte – zu arbeiten hätten“. (zitiert nach „Meine Wendezeiten“, Harri Chepuck 2008). „Die Polen traten uns gegenüber als Sieger auf. Man konnte es ihnen nicht verdenken“, schrieb Harri Czepuck in seinen Erinnerungen weiter. „Mit der Übernahme der Bewachungsoberhoheit durch polnische Truppen hatte zunächst und zwar auf Jahre hinaus generell jegliche politische oder kulturelle Betätigung der deutschen Kriegsgefangenen zu unterbleiben. Es gab für uns offiziell keine Zeitungen, auch keine polnischen, und es gab, was für uns alle schwer wurde, ein absolutes Briefschreibverbot. Wir hatten Wiedergutmachung zu leisten und nicht zu politisieren“.

Knurów (westlich von Kattowice) hieß eine weitere Station für Czepuk. Hier mussten die Kriegsgefangenen im Bergbau arbeiten. In seinem Buch schildert er anschaulich die Lebensbedingungen. Literarisch verarbeitet wurde die Situation deutscher Kriegsgefangener übrigens in dem Roman (und später Film) „Der Aufenthalt“ von Hermann Kant, der ebenfalls in polnischer Kriegsgefangenschaft war und den Harri Czepuck dort kennenlernte.

Im März 1948 änderte sich plötzlich die Situation für Czepuck. Er wurde nach Warschau transportiert, wo ihm mitgeteilt wurde, dass er nun zu einer Gruppe gehöre, welche den Kern einer Zentralen Selbstverwaltung der etwa 40.000 deutschen Kriegsgefangenen in Polen bilden. Informationsvorträge über die Geschichte, aber auch über die aktuelle Entwicklung in Deutschland beziehungsweise seinen Besatzungszonen gehörten dazu. Aber auch die Arbeit an einer Zeitung für die Kriegsgefangenen mit dem Titel „Die Brücke“. Hier konnte Czepuck, wie er später schrieb, seine ersten journalistischen Erfahrungen erwerben, „wie andere z.B. Manfred Gebhardt, Hermann Kant, Werner Land auch“. Czepuck: „Natürlich waren unsere ersten Beiträge manchmal hölzern. Es gelingt nicht immer, ein Thema, das man wiederholen muß und will, literaturpreisverdächtig abzuhandeln“.

webCzepuk_WendezeitenZum 60. Jahrestag der „Brücke“ schrieb Czepuck: „Die Schwierigkeit bestand zunächst darin, dass außer Karl Wloch, von dem wohl auch die Idee für den Titel „Die Brücke“ stammte, niemand eine Ahnung vom Zeitungsmachen hatte. Nur einer aus der Selbstverwaltung hatte schon mal Zeitungsgeruch in der Nase gehabt: Werner Land, gelernter Schriftsetzer und später in der DDR stellvertretender Chefredakteur der „Berliner Zeitung“. Der wurde von Wloch in Warschau als erster Chefredakteur eingesetzt. Im Übrigen wurden vor allem ein paar junge Leute ausgewählt, darunter Hermann Kant und ich, zu denen später Manfred Gebhardt (in der DDR lange Chefredakteur des „Magazin“) und andere stießen.“

Hier in der Redaktion der „Brücke“ erfuhr Czepuck auch von der Gründung der „Hellmut- von-Gerlach-Gesellschaft“, der ersten deutsch-polnischen Gesellschaft, der sich nach seiner Rückkehr nach Deutschland auch anschloss.

Im Sommer 1949 war das Thema Kriegsgefangenschaft für Harri Czepuck erledigt, er kam zurück in die Heimat. Doch die Arbeit bei der Brücke hat nachgewirkt. Er wollte eine Ausbildung als Journalist absolvieren. Beim „Neuen Deutschland“ begann er ein Volontariat. Zehn Jahre später war er der erste Korrespondent des ND in Bonn, 1966 wurde er stellvertretender Chefredakteur, ein weiteres Jahr später Vorsitzender des „Verbandes der Deutschen Journalisten“.

Doch 1972 geriet Czepuck in Konflikt mit dem damaligen ND-Chefredakteur Herrmann – und wurde abgesetzt, später drängte Herrmann ihn auch beim Journalistenverband zum Rücktritt.

Die Hellmut-von-Gerlach-Gesellschaft war bereits 1953 in der DDR wieder aufgelöst worden, doch viele Mitstreiter, so auch Czepuck, fanden sich in der „Liga für Völkerfreundschaft“. Als im April 1990 in Berlin die „Gesellschaft für gute Nachbarschaft zu Polen in der DDR“ gegründet wurde, war Harri Czepuck von Anfang an dabei. Ebenso, als diese Gesellschaft 1992 der ostdeutsche Regionalverband der „Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland“ wurde. Und so ergab es sich, dass er den vakanten Posten des Chefredakteurs der Zeitschrift „POLEN und wir“ in den 90er Jahren einige Jahre lang übernahm.

Am 14. Juni 2015 starb Harri Czepuck in Berlin.

 

Unser letzter Sommer

Filmpremiere am 22. Oktober

Eine Liebesgeschichte am Rande des Vernichtungslagers

!! Gewinnen Sie Eintrittskarten!! hier

Mit Filmen über den II. Weltkrieg tut man sich in Deutschland immer noch schwer. Am interessantesten und eindrucksvollsten sind internationale Koproduktionen, wie „Die Blechtrommel“, „Sophie Scholl“, „Der Pianist“ oder „Die Fälscher“. Schwierig und klischeebehaftet sind deutsche Alleingänge, wie der dreiteilige TV-Film „Unsere
Mütter, unsere Väter“ des ZDF. Polen hat darauf mit dem Film „Warschau 44“ geantwortet, der in Deutschland bislang nur später Nachtzeit im ZDF zu sehen war.

Der 17-jährige Romek (FILIP PIOTROWICZ), dessen Vater im Krieg getötet wurde, arbeitet als Heizer bei der Eisenbahn. Gemeinsam mit der 16-jährigen Nachbarstochter Franka (URSZULA BOGUCKA) genießt er die Idylle des Sommers: die Sonne, die Natur – Romek ist verliebt.  Foto: Robert Palka

Der 17-jährige Romek (FILIP PIOTROWICZ), dessen Vater im Krieg getötet wurde, arbeitet als Heizer bei der Eisenbahn. Gemeinsam mit der 16-jährigen Nachbarstochter Franka (URSZULA BOGUCKA)
genießt er die Idylle des Sommers: die Sonne, die Natur – Romek ist verliebt.
Foto: Robert Palka

Jetzt kommt eine deutsch-polnische Produktion als Spielfilmkinodebüt des Dokumentar-
und Kurzfilmregisseurs Michał Rogalski mit dem Titel „Unser letzter Sommer“ (Letnie przesilenie) in die Kinos. Über den Weg einer Liebesgeschichte wird die Schwierigkeit, in dem besetzten Polen zu leben, geschildert. Regisseur Rogalski schildert in dem Film das Leben zwischen der deutschen Sicherheitspolizei, korrupten Autoritätsfiguren in allen Gesellschaftsschichten und fliehenden Juden, die erste Liebe und den ersten großen Verlust im Leben. Eigentlich eine Geschichte, wie sie überall spielen könnte. Doch sie ereignet sich an der Desinfektionsrampe 333
des Vernichtungslagers Treblinka, das zur Ermordung der Juden aus dem Warschauer Ghetto errichtet wurde. Hier machen deutsche Soldaten Geschäfte mit den Habseligkeiten der Opfer des nahen KZ.
Auslöser für die berührende Geschichte waren für Michal Rogalski Fotos seiner Großeltern aus dem Sommer 1943, die eine scheinbar sorgenfreie Zeit dokumentieren. Und so widmet Rogalski den Film: „Für meine Großmutter, die mir ALLES erzählte.“

Der 17-jährige Soldat Guido (JONAS NAY) hat nur Augen für Franka. Sein Kamerad Odi (GERDY ZINT) macht ihm Mut: „Das wäre doch ein Küken für dich“. Die beiden Männer werden auf Patrouille geschickt – auch sie müssen zur Rampe 333.  Foto: Alexander Janetzko

Der 17-jährige Soldat Guido (JONAS NAY) hat nur Augen für Franka. Sein Kamerad Odi (GERDY ZINT) macht ihm Mut: „Das wäre doch ein Küken für dich“. Die beiden Männer werden auf Patrouille geschickt – auch sie müssen zur Rampe 333.
Foto: Alexander Janetzko

Das Drehbuch, ebenfalls von Michal Rogalski, gewann 2008 den Hartley-Merrill-Drehbuch-Preis und im September diesen Jahres beim Montreal Film Festival erhielt Rogalski ebenfalls die Auszeichnung für das beste Drehbuch.
Das deutsche Nachwuchstalent Jonas Nay (WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK., HOMEVIDEO) in der Rolle des Guido, der polnische Jungschauspieler Filip Piotrowicz (Romek), Urszula Bogucka (Franka) und Maria Semotiuk (Bunia) spielen die Hauptrollen in diesem Drama. Die deutschpolnische Kinoproduktion UNSER LETZTER
SOMMER entstand zwischen August und Oktober 2013 in der Nähe der Stadt Wrocław, zwischen Riesa und Torgau in Sachsen und im brandenburgischen Lübben. Der Film ist eine Koproduktion der deutschen SUNDAY Film aus Halle, der Berliner MAFILM, dem Tonstudio STL, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg und der polnischen
PRASA I FILM aus Warschau.
Ab 22. Oktober ist der Film in Deutschland in den Kinos.

Kinokarten zu gewinnen

Sie sollen Gelegenheit haben, sich den Film „Unser letzter Sommer“ auf Einladung der Redaktion „POLEN und wir“ und des Filmverlehs „farbfilm verleih“ anzusehen. Zu diesem Zweck verlosen wir fünf mal zwei Eintrittskarten für den Film.
Senden Sie bis zum 20. Oktober eine e-mail mit dem Betreff „Unser letzter Sommer“ sowie Angabe Ihres Namens, Anschrift und Telefonnummer an die mail-Adresse
gewinnen@polen-und-wir.de
oder rufen Sie uns an: 030-25051007 Anrufbeantworter), nennen Sie das Kennwort „Unser letzter Sommer“ und geben Sie Ihren Vor- und Zunamen und Ihre Telefonnummer an. Am 21.10. erfolgt die Auslosung, alle Gewinner werden telefonisch verständigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ausgabe 4 / 2015

Ausgabe 4/2015, erschienen am 10. Oktober 2015, Heft 113 im 32. Jahrgang

In dieser Ausgabe lesen Sie:POLEN und wir 04/2015

Seite 3    Die Großvorhaben
Vor den Parlamentswahlen am 25. Oktober
Seite 4    Potsdamer Konferenz
Ein welthistorisches Thema ganz aktuell
Seite 6    Offene Grenzfragen
Die PNN berichtet vor der Konferenz
Seite 8    Die Vision der Überlebenden
Seite 10  Zentraleuropa zwischen Jagiellonen und Habsburgern
Internationale Konferenz „Wiener Kongress 1515“
Seite 13  Häuserkampf und Partisanenkrieg
Paramilitärische Wehrsportgruppen in Polen
Seite 14   Bundeswehr und Polnische Armee
Seite 15   Spontaner Streik bei Amazon Poznan
Seite 16   Mit Kultur und Politik gefeiert
65 Jahre Deutsch-Polnische Gesellschaft der BRD
Seite 18   Zwei Fotos
Gedanken zu 25 Jahre Polnisch-Deutsche Gesellschaft Rzeszów
Seite 20  Journalistischer Anfang in polnischer Kriegsgefangenschaft
Zum Tode von Harri Czepuck
Seite 21   Unser letzter Sommer – Filmpremiere
Mit Gewinnspiel für Kino-Eintrittskarten
Seite 22   Resowia Saltans – Rzeszów tanzt
Seite 23   Erziehung ohne Auschwitz
NS-Pädagogik kein Pflichtfach mehr

Das Titelbild zeigt Schloß Cecilienhof, Ort der Potsdamer Konferenz 1945

Jubiläums-Veranstaltung

Am 5. Juli fand in Berlin Hellersdorf die Jubiläums-Veranstaltung anlässlich des 65jährigen Bestehens der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland statt. Wir dokumentieren hier die Begrüßungsansprache des Vorstandsmitglieds Karl Forster sowie eine Auswahl an Fotos von André Osbahr.

Im Namen Kulturring in Berlin e.V. und Deutsch-Polnische Gesellschaft der BRD e.V. herzlich willkommen.

Mein Gruß gilt dem Gesandten der Botschaft der Republik Polen, Herrn Janusz Styczek

Ich begrüße die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Petra Pau, für den Stadtbezirk begrüße ich in Vertretung von Bürgermeister Komoß Frau Kulturstadträtin Juliane Witt,

und in Vertretung des Vorsitzenden des Kulturring in Berlin e.V. Herrn Dr. Schewe ist Herr Siegfried Lewerenz gekommen, herzlich willkommen. Wir freuen uns ganz besonders über den Besuch des Vorsitzenden der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Herr Dr. Axel Holz, der aus Schwerin zu uns gekommen ist,  Von den Partnergesellschaften begrüße ich Herrn Frank Kupferschmidt von der DPG Brandenburg und ganz besonders unseren langjährigen Freund Prof. Dr. Wojciech Furman, viele Jahre Vorsitzender der Polnisch-Deutschen Gesellschaft Rzeszów im Südosten Polens, die dieses Jahr auch noch ein Jubiläum feiern wird, nämlich ihr 25jähriges Bestehen.

Ein besonderer Gruß gilt auch den Künstlern dieses Vormittags, Jerzy Chwastyk, Valerie Ignatenko und Wladyslaw Chimichewski.

und natürlich unserem Beiratsmitglied Christoph Heubner, Geschäftsführenden Vize-Präsidenten des Internationalen Auschwitz Komitees, der heute einige Worte zu uns sprechen wird.

Ich grüße die Mitglieder unserer Gesellschaft, an der Spitze den Vorsitzenden der Jubiläumsgesellschaft Herrn Prof. Dr. Christoph Koch.

Ich möchte den Worten von Christoph Heubner, der heute die Festansprache hält, nicht vorgreifen aber ein paar Bemerkungen seien mir gestattet. In der heute druckfrisch ausliegenden neuen Ausgabe von „POLEN und wir“, die im vergangenen Jahr 30 Jahre alt wurde, finden Sie einen Beitrag unseres Vorsitzenden, der auf die Geschichte der Gesellschaft eingeht. Eigentlich könnten wir nämlich schon zwei Jahre älter sein. 1948 wurde hier in Berlin die Hellmut-von-Gerlach-Gesellschaft gegründet.

 

Von Gerlach, Sohn eines Gutsbesitzers und Enkel eines früheren Polizeipräsidenten von Berlin war Publizist und Politiker.   Zunächst stand er dem christlich-sozialen, antisemitischen Flügel der Konservativen um Adolf Stoecker nahe. 1894 nahm Gerlach brieflichen Kontakt mit Friedrich Engels auf und besuchte ihn London. Unter dem Einfluss Friedrich Naumanns entwickelte Gerlach bald eine liberale politische Haltung. Mehrere Jahre war er  Chefredakteur der Berliner Wochenzeitung Die Welt am Montag. Im Ersten Weltkrieg nahm Gerlach eine pazifistische Haltung ein. 1918 gehörte er mit Friedrich Naumann zu den Gründern der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und der Deutschen Friedensgesellschaft. 1918/1919 war Gerlach Unterstaatssekretär im preußischen Innenministerium. In diesem Amt setzte er sich für die deutsch-polnische Aussöhnung ein und war infolgedessen heftigen Anfeindungen ausgesetzt. 1926 Vorsitzender der Deutschen Liga für Menschenrechte. Für den inhaftierten Carl von Ossietzky übernahm er 1932 die politische Leitung der Zeitschrift Die Weltbühne. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im März 1933 ging Gerlach ins Exil nach Österreich;

Nach ihm also wurde die Gesellschaft 1948 Hellmut-von-Gerlach Gesellschaft genannt. Der Gründungsvorsitzende war Johannes Franz Stroux, Präsident der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin und Vizepräsident des Kulturbundes. Schon aus dieser Anfangszeit resultiert also die Zusammenarbeit mit dem Kulturbund bzw. heute Kulturring in Berlin, die gerade in den letzten 15 Jahren wieder intensiviert wurde.

Der Gründung zweier deutscher Staaten 1949 folgte im Jahr darauf folgerichtig die Neugründung der Hellmut-von-Gerlach-Gesellschaft für die neue BRD.  Hier wurde ihre Arbeit auf vielfältige Weise erschwert. Einiges davon können sie in der Zeitschrift nachlesen. In beiden Staaten musste die Gesellschaft auf Betreiben der Familie von Gerlach ihren Namen ändern und schon 1953 wurde die Gesellschaft in der DDR durch Umgründung quasi aufgelöst.

1990, ja, ich mache jetzt einen großen Sprung, entstand in der Noch-DDR wieder eine deutsch-polnische Gesellschaft unter dem so schön programmatischen Namen „Gesellschaft für gute Nachbarschaft zu Polen“.  Sie existiert nach einem Zusammenschluss Ende 1992 mit unserer Gesellschaft noch heute als Regionalgruppe Berlin.

Bei dieser Regionalgruppe gibt es noch eine Besonderheit, nämlich die Gruppe der Radtouren der deutsch-polnischen Nachbarschaft die u.a. von Werner Stenzel ins Leben gerufen wurde.

Bis heute ist unsere Gesellschaft ausschließlich ehrenamtlich und ohne öffentliche Zuschüsse tätig. Und deshalb wollte ich Ihnen eigentlich zum Abschluss meiner Einführung jemand vorstellen, der für uns ganz wichtig ist, der aber aufgrund der Wetterlage aus Gesundheitsgründen nicht reisen konnte, wie uns leider in den letzten beiden Tagen ettliche Absagen erreicht haben.  Der Mann, den ich Ihnen hier  vorstellen wollte, ist Manfred Feustel, der als Schatzmeister ohne Schatz für die Finanzierung unserer Arbeit tätig ist und der am Ende der Veranstaltung gerne auch eine Spende von Ihnen entgegengenommen hätte. Er ist eines der Mitglieder die am längsten schon unserer Gesellschaft angehören und auf jeden Fall das dienstälteste Vorstandsmitglied: Seit 1960 gehört er ehrenamtlich dem Leitungsgremium an. Wir wünschen ihm von dieser Stelle aus alles Gute, und selbstverständlich können Sie auch bei einem anderen Vorstandsmitglied Ihre Spende loswerden.

Für den weiteren Verlauf werden wir Musik und Reden, wir freuen uns auch über die uns zugedachten Grußworte, mischen, so dass es für Sie nicht zu trocken wird.

„Jerzy Chwastyk ist in seiner elegant lyrischen Spielweise ein herausragender Interpret innerhalb der jüngeren, hochmotivierten Generation, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Gitarre und ihr vielfältiges Repertoire in neuem, zeitgemäßem Glanz zu präsentieren.“  (Prof. Thomas Müller – Pering, Konzertgitarrist, Professor an der Universität der Künste Berlin & Hochschule für Musik Weimar)

Jerzy Chwastyk ist Preisträger vieler internationaler Wettbewerbe. Seine Liebe gilt sowohl der spanische Gitarrenmusik wie auch besonders der Musik eines Komponisten, der hier in Marzahn-Hellersdorf bekannt ist:  Hans Werner Henze. Der Namensgeber der Musikschule unseres Bezirks. Im Jahr 2000 waren Schüler der Musikschule an Henzes Projekt  der Kinderoper „Pollicino“ beteiligt. Aus dieser Zeit reicht eine bis heute andauernde Unterstützung. Wir freuen uns, dass der polnische Konzertgitarrist Jerzy Chwastyk sich bereit erklärt hat, für uns heute zu spielen, und ein Werk von Henze aufführen wird, zu dem wir Ihnen zum besseren Verständnis einige Informationen ausgelegt haben. Viel Vergnügen.

Karl Forster, Chefredakteur der Zeitschrift "POLEN und wir"  moderierte die Jubiläumsveranstaltung.

Karl Forster, Chefredakteur der Zeitschrift „POLEN und wir“ moderierte die Jubiläumsveranstaltung.

Christoph Heubner, Beiratsmitglied der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der BRD und Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees hielt die Festansprache.

Christoph Heubner, Beiratsmitglied der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der BRD und Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees hielt die Festansprache.

Janusz Styczek, Gesandter der Botschaft der Republik Polen in Berlin, überbrachte die Grüße des Botschafters.

Janusz Styczek, Gesandter der Botschaft der Republik Polen in Berlin, überbrachte die Grüße des Botschafters.

Petra Pau, Bundestagsvizepräsidentin, bei ihrer Grußansprache.

Petra Pau, Bundestagsvizepräsidentin, bei ihrer Grußansprache.

Juliane Witt, Stadträtin für Kultur und Bildung in Marzahn-Hellersdorf würdigte die Arbeit der Gesellschaft insbesondere in Berlin.

Juliane Witt, Stadträtin für Kultur und Bildung in Marzahn-Hellersdorf würdigte die Arbeit der Gesellschaft insbesondere in Berlin.

Konzertgitarrist Jerzy Chwastyk gestaltete den kulturellen Teil der Veranstaltung.

Konzertgitarrist Jerzy Chwastyk gestaltete den kulturellen Teil der Veranstaltung.

Petra Pau im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Gesellschaft, Prof. Dr. Christoph Koch.

Petra Pau im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Gesellschaft, Prof. Dr. Christoph Koch.

Aus Rzeszów in Südost-Polen reiste Dr. Wojciech Furman, langjähriger Vorsitzender der dortigen polnisch-deutschen Gesellschaft, an und übrachte die Einladung zur Jubiläumsveranstaltung im November aus Anlass des 25jährigen Bestehens der dortigen Gesellschaft.

Aus Rzeszów in Südost-Polen reiste Dr. Wojciech Furman, langjähriger Vorsitzender der dortigen polnisch-deutschen Gesellschaft, an und übrachte die Einladung zur Jubiläumsveranstaltung im November aus Anlass des 25jährigen Bestehens der dortigen Gesellschaft.

Die Grüße der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Brandenburg überbrachte deren stellvertretender Vorsitzender, Frank Kupferschmidt .

Die Grüße der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Brandenburg überbrachte deren stellvertretender Vorsitzender, Frank Kupferschmidt .

Siegfried Lewerenz, Vorstandsmitglied des Kulturrings in Berlin e.V. überbrachte die Grüße des verhinderten Luöturring-Vorsitzenden Dr. Schewe.

Siegfried Lewerenz, Vorstandsmitglied des Kulturrings in Berlin e.V. überbrachte die Grüße des verhinderten Luöturring-Vorsitzenden Dr. Schewe.

Petra Pau, Bundestagsvizepräsidentin, bei der Lektüre der Zeitschrift "POLEN und wir".

Petra Pau, Bundestagsvizepräsidentin, bei der Lektüre der Zeitschrift „POLEN und wir“.

Interview mit Prof. Koch

Am 5. Juli fand die Veranstaltung zum 65. Jahrestag des Bestehens der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland statt. Funkhaus Europa, ein mehrsprachiger Rundfunksender von WDR, RBB und Radio Bremen führte aus diesem Grund am 6. Juli ein Interview mit dem Vorsitzenden der Gesellschaft, Prof. Dr. Christoph Koch, das noch am gleichen Tag gesendet wurde.

Das Interview ist online bei Funkhaus Europa zu hören, einfach hier den LINK anklicken.

Der Textbeitrag auf der Internetseite von Funkhaus Europa ist hier zu finden.

deutsch-polnische-geselschaft-koch- ARDFotogalerie

Christoph Koch – Foto: ARDFotogalerie

Neuer Präsident gewählt

PRÄSIDENTSCHAFTSWAHLEN IN POLEN

Andrzej_Duda_(9851867824)_(cropped)Andrzej Sebastian Duda, der Herausforderer von Bronisław Komorowski, hat die Wahlen in der Stichwahl gewonnen. Der Europaabgeordnete Duda war als Kandidat der Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) angetreten.

 

 

Hier die Details der Ergebnisse der staatlichen polnischen Wahlkommission:

Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei: 55,34 %
Auf Andrzej Duda entfielen 51.55% der abgegebenen Stimmen,
für den amtierenden Präsidenten Bronisław Komorowski 48,5 %.

Wie sich schon in den Kommunal-, Regionalwahlen im November 2014 abzeichnete, hat auch dieses Mal der Osten Polens mehrheitlich für A. Duda votiert.
In der Wojewodschaft PODKARPACKIE stimmten 71,39 % für A. Duda, gefolgt von LUBELSKIE (66.37%), MAŁOPOLSKIE (62.09%), ŚWIĘTOKRZYSKIE (61.74%), PODLASKIE (59.31%), ŁÓDZKIE (53.75%) und MAZOWIECKIE (53.57%). In den anderen Wojewodschaften gewann Bronisław Komorowski die Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Auffällig ist, dass die Menschen im ländlichen Raum, die jüngeren Menschen (18-29 Jahre) sowie die Männer mehrheitlich Andrzej Duda wählten. Je größer die Stadt und je weiter im Westen, desto höher die Zustimmung für Bronisław Komorowski.

Die in Deutschland lebenden Polen wählten mehrheitlich Bronisław Komorowski (53,08%). Andrzej Duda erhielt hier 46,92 % der Stimmen. In Berlin erhielt Bronisław Komorowski 72,22 % der abgegebenen Stimmen. Die Polen im Ruhrgebiet stimmten dagegen mehrheitlich für Andrzej Duda (50.48 – 54,01%), in München erhielt er 53,76 – 53,73% der Stimmen. Die Wahlbeteiligung der Polen in Deutschland lag bei recht hohen 67,89%.

(Quelle: pkw.gov.pl, 25.05.15, 21:00 Uhr)

KOMMENTARE:

Die ZEIT kommentierte die Wahl so: „Polen hat einen antirussischen Euroskeptiker gewählt“
Die Süddeutsche titelte: Die Stimme der Verlierer
Der österreichische Standard schrieb: „Vom Nobody in sechs Monaten zum polnischen Präsidenten“
Aus dem Kommentar der tagesschau: „In der EU wurde Sorge vor Populismus laut. … Duda verlangt unter anderem mehr Eigenständigkeit für die Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Er tritt gegen künstliche Befruchtung, für stärkere Kontrollen der Banken und für eine Senkung des Rentenalters ein. Im Wahlkampf machte er mit teuren Wahlversprechen von sich reden. Duda war Staatssekretär im Kabinett von Komorowskis nationalkonservativem Amtsvorgänger Lech Kaczynski, der 2010 bei einem Flugzeugunglück in Smolensk ums Leben kam. … Der christdemokratische Europapolitiker Elmar Brok sprach von einem Warnsignal für die polnische Parlamentswahl im Herbst. Duda habe vollmundige Versprechen wie die Schaffung neuer Arbeitsplätze und gleichzeitige Steuersenkungen gemacht, „wie sie zum Konzept von Populisten gehören“, sagte Brok dem „Tagesspiegel“. Er gehe aber nicht davon aus, dass Dudas Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) im Herbst in der Lage sein werde, nach der Wahl eine Regierungskoalition zu schmieden.“

Eine neue „Links“-Partei ??

Ein Kommentar von Karl Forster.

Mal schnell vor der Wahl eine neue Partei gründen. Das ist in Polen nicht ungewöhnlich. Voraussichtlich im Oktober 2015 sollen die nächsten Parlamentswahlen sein. Dabei hat die Linke in Polen bei der Präsidentschaftswahl eine klar Klatsche erhalten. Die linken Kandidaten bekamen zusammen gerademal 3,8 % der Stimmen. Jetzt formierte sich Mitte Mai eine neue politische Bewegung die Basis für eine neue Linkspartei sein will. Der Name gleicht einem satirischen Gegenpol zur nationalkonservativen Kaczynski-Partei Recht und Gerechtigkeit und lautet „Wolność i Równość“ (Freiheit und Gleichheit)

Die Initiatoren von WiR sind der Auffassung, dass die bisherigen linken Parteien ihr Potenzial ausgeschöpft haben. Die Idee zur neuen Bewegung stammt von vier linksorientierten Professoren: Jan Hartman, Kazimierz Kik, Magdalena Sroda und Genowefa Grabowska. Sie haben ein Programm ausgearbeitet und wollen als Mentoren von WiR fungieren.

Geführt werden soll die Bewegung von Politikern. Laut „Gazeta Wyborcza“ haben Ex-Mitglieder des Bündnisses der Demokratischen Linken (SLD), der linksliberalen Partei Deine Bewegung (TR) und der Arbeitsunion (UP) ihr Interesse an einem Beitritt zu WiR ausgedrückt.

Wie „links“ die neue Bewegung allerdings tatsächlich ist, bleibt noch dahingestellt. Einer der Initiatoren, Kazimierz Kik ist beispielsweise der Auffassung, „dass man mit der aus der Wendezeit 1989 stammenden Teilung zwischen Links und Rechts Schluss machen“ sollte.  Die neue Bewegung solle sich daher auf Sozialfragen ebenso konzentrieren wie auf „Patriotismus“. Und auch die Wähler will man offensichtlich auch aus dem konservativen Lager gewinnen. Kik betonte, „dass die Mehrheit der polnischen Wähler katholisch ist, daher könne man selbst die Linke nicht auf Antiklerikalismus aufbauen“.