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Neuer Präsident gewählt

PRÄSIDENTSCHAFTSWAHLEN IN POLEN

Andrzej_Duda_(9851867824)_(cropped)Andrzej Sebastian Duda, der Herausforderer von Bronisław Komorowski, hat die Wahlen in der Stichwahl gewonnen. Der Europaabgeordnete Duda war als Kandidat der Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) angetreten.

 

 

Hier die Details der Ergebnisse der staatlichen polnischen Wahlkommission:

Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei: 55,34 %
Auf Andrzej Duda entfielen 51.55% der abgegebenen Stimmen,
für den amtierenden Präsidenten Bronisław Komorowski 48,5 %.

Wie sich schon in den Kommunal-, Regionalwahlen im November 2014 abzeichnete, hat auch dieses Mal der Osten Polens mehrheitlich für A. Duda votiert.
In der Wojewodschaft PODKARPACKIE stimmten 71,39 % für A. Duda, gefolgt von LUBELSKIE (66.37%), MAŁOPOLSKIE (62.09%), ŚWIĘTOKRZYSKIE (61.74%), PODLASKIE (59.31%), ŁÓDZKIE (53.75%) und MAZOWIECKIE (53.57%). In den anderen Wojewodschaften gewann Bronisław Komorowski die Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Auffällig ist, dass die Menschen im ländlichen Raum, die jüngeren Menschen (18-29 Jahre) sowie die Männer mehrheitlich Andrzej Duda wählten. Je größer die Stadt und je weiter im Westen, desto höher die Zustimmung für Bronisław Komorowski.

Die in Deutschland lebenden Polen wählten mehrheitlich Bronisław Komorowski (53,08%). Andrzej Duda erhielt hier 46,92 % der Stimmen. In Berlin erhielt Bronisław Komorowski 72,22 % der abgegebenen Stimmen. Die Polen im Ruhrgebiet stimmten dagegen mehrheitlich für Andrzej Duda (50.48 – 54,01%), in München erhielt er 53,76 – 53,73% der Stimmen. Die Wahlbeteiligung der Polen in Deutschland lag bei recht hohen 67,89%.

(Quelle: pkw.gov.pl, 25.05.15, 21:00 Uhr)

KOMMENTARE:

Die ZEIT kommentierte die Wahl so: „Polen hat einen antirussischen Euroskeptiker gewählt“
Die Süddeutsche titelte: Die Stimme der Verlierer
Der österreichische Standard schrieb: „Vom Nobody in sechs Monaten zum polnischen Präsidenten“
Aus dem Kommentar der tagesschau: „In der EU wurde Sorge vor Populismus laut. … Duda verlangt unter anderem mehr Eigenständigkeit für die Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Er tritt gegen künstliche Befruchtung, für stärkere Kontrollen der Banken und für eine Senkung des Rentenalters ein. Im Wahlkampf machte er mit teuren Wahlversprechen von sich reden. Duda war Staatssekretär im Kabinett von Komorowskis nationalkonservativem Amtsvorgänger Lech Kaczynski, der 2010 bei einem Flugzeugunglück in Smolensk ums Leben kam. … Der christdemokratische Europapolitiker Elmar Brok sprach von einem Warnsignal für die polnische Parlamentswahl im Herbst. Duda habe vollmundige Versprechen wie die Schaffung neuer Arbeitsplätze und gleichzeitige Steuersenkungen gemacht, „wie sie zum Konzept von Populisten gehören“, sagte Brok dem „Tagesspiegel“. Er gehe aber nicht davon aus, dass Dudas Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) im Herbst in der Lage sein werde, nach der Wahl eine Regierungskoalition zu schmieden.“

Eine neue „Links“-Partei ??

Ein Kommentar von Karl Forster.

Mal schnell vor der Wahl eine neue Partei gründen. Das ist in Polen nicht ungewöhnlich. Voraussichtlich im Oktober 2015 sollen die nächsten Parlamentswahlen sein. Dabei hat die Linke in Polen bei der Präsidentschaftswahl eine klar Klatsche erhalten. Die linken Kandidaten bekamen zusammen gerademal 3,8 % der Stimmen. Jetzt formierte sich Mitte Mai eine neue politische Bewegung die Basis für eine neue Linkspartei sein will. Der Name gleicht einem satirischen Gegenpol zur nationalkonservativen Kaczynski-Partei Recht und Gerechtigkeit und lautet „Wolność i Równość“ (Freiheit und Gleichheit)

Die Initiatoren von WiR sind der Auffassung, dass die bisherigen linken Parteien ihr Potenzial ausgeschöpft haben. Die Idee zur neuen Bewegung stammt von vier linksorientierten Professoren: Jan Hartman, Kazimierz Kik, Magdalena Sroda und Genowefa Grabowska. Sie haben ein Programm ausgearbeitet und wollen als Mentoren von WiR fungieren.

Geführt werden soll die Bewegung von Politikern. Laut „Gazeta Wyborcza“ haben Ex-Mitglieder des Bündnisses der Demokratischen Linken (SLD), der linksliberalen Partei Deine Bewegung (TR) und der Arbeitsunion (UP) ihr Interesse an einem Beitritt zu WiR ausgedrückt.

Wie „links“ die neue Bewegung allerdings tatsächlich ist, bleibt noch dahingestellt. Einer der Initiatoren, Kazimierz Kik ist beispielsweise der Auffassung, „dass man mit der aus der Wendezeit 1989 stammenden Teilung zwischen Links und Rechts Schluss machen“ sollte.  Die neue Bewegung solle sich daher auf Sozialfragen ebenso konzentrieren wie auf „Patriotismus“. Und auch die Wähler will man offensichtlich auch aus dem konservativen Lager gewinnen. Kik betonte, „dass die Mehrheit der polnischen Wähler katholisch ist, daher könne man selbst die Linke nicht auf Antiklerikalismus aufbauen“.

„Local Heroes“

Infographik Local Heroes„Local Heroes“, das Projekt für freiwilliges soziales Engagement in Deutschland und Polen, beginnt! Let’s go!
„Local Heroes”  ist ein Facebook gestützter Wettbewerb, der von den Freiwilligen des Deutsch-Polnischen Jugendwerks organisiert wird und sich an junge Erwachsene aus Deutschland und Polen richtet, um sie zu motivieren, in ihrer Umgebung sozial aktiv zu werden.
Allen Teilnehmenden soll aufgezeigt werden, dass soziale Aktivitäten vor allem Spaß machen und Vorteile mit sich bringen kann. Denn dabei kann man ein soziales Berufsfeld kennen lernen und Schlüsselkompetenzen entwickeln, die bei der zukünftigen Jobsuche nützlich sein können.
Beim Wettbewerb sollen junge Erwachsene in Dreiergruppen ein soziales Projekt in ihrer Umgebung durchführen und darüber ein Video drehen. In der Vorbereitungsphase werden die Teilnehmer/-innen über freiwilliges Engagement informiert und sie erhalten Inspirationen, was sie für ihr Umfeld tun können. Das Video wird auf die Facebook-Applikation des Wettbewerbs hochgeladen, wo die User abstimmen können. Die Gruppen mit den besten Projekten nehmen an einer Jugendbegegnung in Świnoujście (Schwinemünde) teil.

Zielgruppe:
Junge Leute zwischen 16 und 26 Jahren aus Deutschland und Polen.

Organisatorische Informationen:
Anmelden kann man sich über die Webseite www.localheroes.dpjw.org oder über Facebook: www.facebook.com/DPJWPNWM

Anmeldeschluss ist der 17. Mai 2015.