Yearly Archives: 2019

Polnische Feuersteinminen sind Weltkulturerbe

Seit 5000 Jahren Bergbau in Krzemionki in der Heiligkreuz-Region

Der Jubel war groß in der polnischen Woiwodschaft Świętokrzyskie (Heiligkreuz). Das Welterbe-Komitee der UNESCO hat auf seiner jüngsten Sitzung in Baku die mehr als 5.000 Jahre alte Bergbaulandschaft von Krzemionki zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Es ist die 16. Welterbe-Stätte im Nachbarland Polen und die erste in der Heiligkreuz-Region. Die Anlage gilt als ältestes und größtes Feuersteinbergwerk Europas. Im Museum von Krzemionki hofft man nun auf steigende Besucherzahlen.

Schon vor mehr als 5.000 Jahren entstanden im Heiligkreuzgebirge die ersten Feuerstein-Bergwerke. Von etwa 3400 bis 1600 v. Chr. wurden bei Krzemionki mehr als 4.000 Schächte in die Erde getrieben. Sie reichten bis zu neun Meter in die Tiefe. Durch kaum mehr als einen Meter hohe Stollen fraßen sich die damaligen Bewohner immer tiefer in das Innere des Berges. Tonnen von Abraum mussten sie bewegen, um an die dünnen Schichten von Feuerstein zwischen dem Kalk zu gelangen. Kniend oder liegend wurde der Stein mit einfachen Werkzeugen herausgelöst. Feuerstein war das Gold der Jungsteinzeit, unverzichtbar zum Feuermachen, aber auch zum Bau von Waffen und Werkzeugen. Um daran zu gelangen, mussten die Bewohner nicht nur ungeheure körperliche, sondern auch geistige Anstrengungen vollbringen. Denn der Transport des Abraums oder die Belüftung der Schächte erforderte ausgeklügelte technische Systeme. Feuerstein aus Krzemionki war ein Exportschlager, der selbst mehr als 600 Kilometer von den Minen entfernt verwendet wurde.

Der polnische Geologe Jan Samsonowicz hatte die ersten prähistorischen Feuersteinminen im Jahr 1922 entdeckt. Bald darauf wurden sie zum Denkmal erklärt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das große Gelände systematisch erforscht und gesichert, später dann für Besucher geöffnet. Seit 2004 gibt es dort eine mehr als 500 Meter lange Trasse durch den Untergrund, die Besuchern einen Eindruck von den Arbeiten unter Tage vermittelt. In den niedrigen Gängen sieht man, wie Zeitgenossen von Familie Feuerstein im düsteren Licht nach dem magischen grau-blauen Stein graben. Über der Erde wurde ein Schachteingang nachgebaut und es werden Beispiele für Waffen und Werkzeuge aus Feuerstein ausgestellt. Die gesamte touristische Route führt über eine Strecke von 1.500 Metern und umfasst auch eine nachgebaute neolithische Siedlung mit strohgedeckten Hütten, die von einem Graben und Palisadenzaun umgeben ist. Auf dem Gelände des Dorfes finden auch archäologische Workshops statt.

Feuersteinmine in Krzemionki. Foto: P. Peczalski

Jährlich besuchen derzeit etwas 40.000 Menschen das archäologische Museum und Reservat Krzemionki, das heute zum Regionalmuseum im nahen Ostrowiec Świętokrzyski gehört. Durch die Ernennung zum UNESCO-Welterbe hofft man auf deutlich steigende Besucherzahlen in den kommenden Jahren. Gäste können in der Region auch weitere kultur- und industriegeschichtlich bedeutende Anlagen besichtigen. So wurde im kleinen Ort Nowa Słupia schon vor 2000 Jahren Eisenerz in einfachen Lehmöfen geschmolzen. Diese Tradition lebt wieder auf beim jährlichen Fest „Dymarki Świętokrzyskie“, dessen nächste Ausgabe am 17. und 18. August 2019 geplant ist. Sehenswert ist auch der erste mit Koks befeuerte Hochofen Polens in Starachowice, der heute Kernstück eines Museums für Natur und Technik ist. Noch weiter in die Erdgeschichte zurück geht es in Bałtów, wo man Fußabdrücke von Dinosauriern fand. Dort zieht heute ein Jurassic-Park als großes Freizeit- und Informationszentrum zahlreiche Besucher an.

Informationen über das Museum und Reservat in Krzemionki unter www.krzemionki.pl Das Reservat liegt etwa 70 Kilometer östlich der Woiwodschaftsstadt Kielce. Mehr zur Heiligkreuz-Region unter www.swietokrzyskie.travel
Allgemeine Informationen über das Reiseland Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen.travel



Mode und Politik

Małgorzata Bela nach ihrem Interview bei der „Unlock Style by ZEITmagazin“-Konferenz in Berlin. Foto: Karl Forster

Für volles Haus sorgte bei einer Diskussionsveranstaltung im Rahmen der Fashion-Week 2019 in Berlin der Auftritt des polnischen Models Małgorzata Bela. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Unlock Style by ZEITmagazin“ berichtete die Krakauerin im Gespräch mit Christoph Amend, Chefredakteur des ZEITmagazin über ihre Zeit als Model und heutige Gründungsredakteurin des polnischen VOGUE-Magazins. Von einer polnischen Modelagentur wurde sie damals überzeugt nach New York zu gehen, um dort als Model zu arbeiten. Mit nur 300 Dollar in der Tasche kam sie in den USA an und fand sich in einer sehr einfachen Model-WG wieder. Doch sie war schnell erfolgreich, arbeitete mit den bekanntesten Fotografen. Viermal erschien sie als Titelbild der italienischen Ausgabe von Vogue. Die junge polnische Filmregisseurin Małgorzata Szumowska engagierte das erfolgreiche Model für ihren Film Ono (dt. Titel: Leben in mir), der auf der Berlinale 2005 in der Sektion Panorama gezeigt wurde. Von dieser Arbeit beflügelt, begann sie in New York am Actors Studio Schauspielunterricht zu nehmen und erhielt in der italienischen Filmproduktion „Karol – Ein Mann, der Papst“ wurde eine Hauptrolle.

Vor drei Jahren nun startete sie als Gründungs-Chefredakteurin der polnischen Ausgabe des seit 1892 existierenden Modemagazins Vogue. Im Frühjahr 2018 erschien dann die erste Ausgabe, mitten in einer Zeit, in der in Polen die Frauen zum „schwarzen Protest“ gegen die Verschärfung der Abtreibungs-Gesetzgebung in Polen auf die Straße gingen. In dem Interview bei der Fashion-Week in Berlin berichtete Bela, dass sie ein Magazin macht, das sich nicht nur als Mode- sondern als Frauenzeitschrift versteht. Deshalb wollte man an dem aktuellen politischen Thema nicht vorbeigehen.

Kurzerhand entschied sie, dass das erste Titelblatt sich auch diesem Thema widmen werde. Gemeinsam mit dem aus Rzeszów stammenden Topmodel Anna Rubik posierte sie ganz in Schwarz vor dem Warschauer Kulturpalast.

Deutsch-Polnische Bürgerdialoge

Bei ihren jüngsten Tagungen in Berlin haben die Runden Tische der Zivilgesellschaft zwischen Berlin und Wrocław sowie Berlin und Poznań eine Fülle substanzieller Ergebnisse hervorgebracht. Aufgabe der auf Anregung der Stiftung Zukunft Berlin im Jahr 2015 gegründeten Runden Tische ist es, gemeinsam deutsch-polnische Anliegen an Politik und Verwaltung zu formulieren.

So brachte der Runde Tisch Berlin-Wrocław bei seinem Arbeitstreffen am 14. Juni in der IHK Berlin eine Vertiefung der Kooperation und des Austauschs der Hochschulen in beiden Städten ins Rollen. Für eine deutsche Partnerschaft mit dem Technologiepark Wrocław werden nun Kontakte vermittelt. Außerdem wurde eine Zusammenarbeit für ein gemeinsames Kultur- und Sportprojekt mit Seniorinnen und Senioren beider Städte angestoßen. Zur Sprache kam auch die intensive gemeinsame Arbeit mit Wrocław im Rahmen der Initiative „Städte für Europa“, deren Ziel es ist, möglichst viele Städte und ihre Bevölkerung dafür zu gewinnen, sich in besonderer Weise für Europa zu engagieren.

Runder Tisch der Zivilgesellschaft
Berlin-Posen am 17. Juni 2019
Foto: Stiftung Zukunft Berlin
Runder Tisch der Zivilgesellschaft Berlin-Poznań am 17. Juni 2019
Foto: Stiftung Zukunft Berlin

Als Ergebnis des Runden Tisches Berlin-Poznań , der am 17. Juni am selben Ort tagte, wurde unter anderem ein verstärkter Austausch zu Erfahrungen mit dem städtischen Umweltschutz zugesichert. Vertreterinnen und Vertreter der Universität der Künste und der Freien Universität Berlin befürworteten eine tiefere Zusammenarbeit zwischen Berliner Hochschulen und der Ökonomischen sowie der Kunstuniversität Poznań, beispielsweise im Rahmen der Poznań Art Week. Vor dem Hintergrund früherer Erfolge mit der polnischen Seite wurde nun auch ein verstärkter Austausch zwischen beiden Städten im Breiten- und Profisport auf den Weg gebracht.

Bei beiden Städten fand der deutsche Vorschlag der Implementierung einer dreisprachigen (Deutsch-Englisch-Polnisch) historischen App in das Stadtmarketing guten Anklang.  

Reinhard Schweppe, Verantwortlicher der Initiative „Nachbarn in Europa“ bei der Stiftung Zukunft Berlin und früherer deutscher Botschafter in Polen, wertete die beiden aktuellen Zusammenkünfte als Erfolg: „Diese Runden Tische sind die ideale bürgerschaftliche Ergänzung der zwischenstaatlichen Oderpartnerschaft. Sie sind Ideengeber und Sprachrohr der Bürgeranliegen gegenüber Politik und Behörden, und ich bin zuversichtlich, dass sich – wie bereits in der Vergangenheit geschehen – auch diesmal wieder viele der vorgetragenen Ideen realisieren lassen.“

Zum Abschluss der Veranstaltungen luden die polnischen Vertreterinnen und Vertreter ihre Berliner Kolleginnen und Kollegen herzlich zu den nächsten Runden Tischen ein, welche in der zweiten Jahreshälfte  in Wrocław und Poznań stattfinden.

PiS: Polen, das Herz Europas

In diesem Jahr zwei wichtige Wahlen

Kaczyńskis kopernikanische Wende

Kurz vor Ostern trafen sich in Warschau die Außenminister Polens und Deutschlands. Auf Einladung des Polnischen Instituts für Außenpolitik und der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik stellten sich Jacek Czaputowicz und Heiko Maas unter dem Motto „Die Zukunft Europas“ den Fragen der interessierten Öffentlichkeit. Maas überraschte mit dem Bonmot, dass es in der Europäischen Union eigentlich nur zwei Arten von Ländern gebe: Kleine Länder und Länder, die noch nicht gemerkt hätten, klein zu sein. Czaputowicz hingegen konterte, dass Länder wie Polen gut daran täten, stärker und größer zu werden, denn das komme nun der gesamten Gemeinschaft zugute. Maas hatte, um seine These zu bekräftigen, Erscheinungen wie Globalisierung, Klimawandel oder Migration ins Feld geführt, Herausforderungen also, gegenüber denen kein einziges Land der EU noch alleine gewappnet sei. Der Amtskollege aus Polen konterte kurzerhand mit dem Verweis auf die Geschichte.
Zu den wichtigsten Überzeugungen im Regierungslager Polens gehört, dass das Land nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahrzehnte in besonderer Weise bestraft gewesen sei, weil der Westen seinen treuesten und verlässlichsten Verbündeten in diesem Teil Europas im Stich gelassen habe. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki ging öffentlich sogar soweit, zu behaupten, in der fraglichen Zeit habe ein Polen gar nicht existiert. Aus all diesen schiefen Gründen spielen die Fragen der nationalen Identität aus Sicht der in Warschau Regierenden eine viel größere Rolle, als diejenigen, die in Brüssel das Sagen hätten, es sich eingestehen würden. Ein Europa der Vaterländer werde gebraucht, so wie die Begründer der Gemeinschaft es einst auch verstanden hätten, ansonsten – das Beispiel Großbritanniens zeige es – werde die EU auseinanderfallen.

Polen, das Herz Europas. Wahlplakat der PiS in Warschau. Fotos: Opal


Entsprechend hat nun Jarosław Kaczyński die Richtung gewiesen, um das von ihm angeführte Regierungslager in die beiden großen Wahlschlachten zu führen, die dem Land heuer bevorstehen. Während die Regierungsgegner nämlich frech behaupteten, die Kaczyński-Leute wollten das Land aus der EU führen, sei es ganz umgekehrt. Polen, so die zentrale Losung des Regierungslagers, sei das Herz Europas. Der Parteiführer versprach, dass es mit diesem Herzen ein Europa verschiedener Geschwindigkeiten nicht geben werde, Polen also nicht abgehängt werde, das hätten nämlich – so die unterschwellige Drohung – Brüssel, Paris oder Berlin gar nicht zu entscheiden. Zugleich versprach er, dass dem Land die nationale Währung erhalten bleibe, also die Gemeinschaftswährung nicht übernommen werde. Die innenpolitischen Gegner sollten sich öffentlich erklären, was sie mit dem Złoty vorhätten.
Um einen Popanz zu schaffen, mit dem die Zumutungen aus Brüssel glaubhaft illustriert werden, die in das Land schwappen würden, sobald die Gegner das Regierungsruder wieder in die Hand bekommen sollten, wird im nationalkonservativen Lager nun seit Wochen gegen Lesben und Schwule zu Felde gezogen. Deren Ideologie zersetze in gefährlichem Maße die nationale Identität, die schließlich auf dem Fundament von Familie und christlichen Werten ruhe. Die Hatz steigert sich bis hin ins Absurde, denn hier und da erkühnen sich Funktionsträger der Nationalkonservativen bereits mit der Forderung, territoriale Räume in Polen zu schaffen, die von dieser Ideologie unbehelligt blieben. Die Botschaft des Regierungslagers ist klar, denn gezeigt werden soll, wie fest die katholische Kirche im Herzen Europas hinter den Kaczyński-Leuten stehe.
Und pünktlich meldet sich auch Staatspräident Andrzej Duda zurück, der nun behauptet, dass diejenigen, die dauernd vor einem schleichenden Austritt Polens aus der EU warnten, mit dem Feuer spielten, weil sie nationale Interessen verletzten. Das sagt jener Mann, der noch vor kurzem die EU als eine imaginäre Gemeinschaft bezeichnet hatte, die hinter fester gefügten Gemeinschaften zurückzutreten habe.
Dem Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki kommt schließlich jener Part zu, insbesondere den für den Wahlausgang so wichtigen jüngeren Wählerschichten glaubhaft zu machen, dass alleine die nationalkonservative Regierung die Rezepte wüsste, wie der noch immer beträchtliche Abstand zum durchschnittlichen Entwicklungsniveau des Westens so schnell wie möglich aufgeholt werden könne. Da indes jeder in Polen überzeugt ist, dass diese Perspektive der einholenden Entwicklung nur unter den Bedingungen einer EU-Mitgliedschaft zu erreichen ist, gerieren sich die Kaczyński-Leute nun plötzlich als die wahren, als die einzigen Europäer im Land. Das billige Versprechen liegt auf der Hand: Wir schaffen den schnellen Anschluss und bleiben als nationale Gemeinschaft dennoch ganz diejenigen, die wir nun einmal seit Jahrhunderten sind.

Neues Hostel in Warschau

Hotels in Warschau sind in allen Preislagen zu finden. Neben teueren Geschäftsreisenden-Hotels gibt es auch immer mehr Hostels.

Mit dem ersten Hostel in Polens Hauptstadt Warschau erweitert die Berliner Budget-Gruppe a&o ihr Portfolio auf 36 Häuser, 22 Städte und sieben Länder. Das ehemalige Bürogebäude im zentralen Stadtteil Wola wird über 200 Zimmer und 600 Betten verfügen und Anfang Oktober eröffnen.

Das achtstöckige ehemalige Bürogebäude westlich des Stadtzentrums im Bezirk Wola liegt nur rund zehn Minuten vom Hauptbahnhof, der Altstadt oder dem berühmten Food-Market „Hala Koszyki“ entfernt.  

Mit einer Preisaktion kündigt die Berliner Hostel-Kette a&o jetzt ihre Premiere in Polen an: Ab sofort gibt´s das Bett in Warschau ab 10,90 Zloty – das sind umgerechnet rund 2,50 Euro. Buchbar online  oder mit der a&o-App. Reisezeitraum 10. Oktober 2019 bis 24. Dezember 2019.  Es lohnt sich, schnell zu sein: Das Angebot ist auf 1.000 Betten beschränkt. Die Eröffnung des Hauses ist Anfang Oktober.

Seit 2000 spezialisiert auf Gruppen- und Jugendreisen, empfiehlt sich a&o mittlerweile auch als smarte Alternative für Business- und Einzelreisende: mit Übernachtungspreisen ab 12 Euro, zentralen Lagen, Komfort und Qualität sowie einem neuen Architektur- und Designkonzept, das seit Anfang 2018 schrittweise in allen Häusern umgesetzt wird.

Tandem Sprachkurs

Seit vielen Jahren arbeitet die Deutsch-Polnische Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland e.V. mit der Sprachschule Germanitas in Rzeszów zusammen. Jetzt wird dort wieder ein Tandem-Sommer-Sprachkurs organisiert, auf den wir Sie aufmerksam machen möchten:

Das Sprachcentrum „GERMANITAS” (= lat. Brüderlichkeit) organisiert wieder den

TANDEMSPRACHKURS DEUTSCH-POLNISCH FÜR LEHRKRÄFTE UND MULTIPLIKATOR/-INNEN DES JUGEND- , SPORT- UND KULTURAUSTAUSCHS IN CIESZYNO DRAWSKIE

Bereits zum sechzehnten Mal veranstaltet GERMANITAS deutsch-polnische Sommersprachkurse im Tandemverfahren. Unsere Zielgruppe sind deutsche und polnische Lehrkräfte und MultiplikatorInnen des Jugend-, Sport- und Kulturaustauschs. Diese Maßnahmen werden vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW) unterstützt. In diesem Jahr haben wir uns entschlossen,  auf Grund der guten Erfahrungen aus den Vorjahren erneut Pommern und dort den Ort Cieszyno Drawskie (Gemeinde Złocieniec) auszuwählen. Dies ist eine sehr reizvolle und naturschöne Region in Polens Nordwesten, die zu Kanufahrten und Radtouren einlädt und mit einem reichhaltigen, kulturgeschichtlichen Angebot aufwartet.

TERMIN: 13. Juli – 26. Juli 2019

ORT: Konferenz- und Erholungszentrum „Legnica-Pałac” in Cieszyno Drawskie bei Złocieniec (südöstl. von Stettin, Anschrift: 78-520 Złocieniec, Cieszyno 34)

KURSGEBÜHR: ca. 460 Euro (vorbehaltlich der Förderung durch das DPJW in der gleichen Höhe wie im Vorjahr)

IM PREIS INBEGRIFFEN: 75 Std. (à 45 Min.) bei erfahrenen Sprachdozentinnen, Unterbringung in Zweibettzimmern, VP, Vortrags-, Kultur- und Besichtigungsprogramm

TEILNEHMENDE: max. 25 deutsche und 25 polnische Teilnehmende – engagierte Lehrkräfte oder sonstige Multiplikatoren des Jugend-, Kultur- und Sportaustauschs oder solche, die einen solchen Austausch im Anschluss an den Kurs beabsichtigen, 
6 Lektorinnen aus Polen und Deutschland, Kursleiterinn ist Agnieszka Buk unterstützt von Marta Jakubowicz-Pisarek 

UNTERKUNFT: Schönes Palais inmitten eines Naturparks, gut ausgestattete Doppelzimmer mit Bad, TV, in unmittelbarer Nähe der wunderschöne See Siecino, gemütliche Kellerbar, , Billard und Tischtennis, Tennis- und Volleyballplatz, hauseigener Strand, Bootsverleih, Wander- und Radwege.

ANREISE: : Treffpunkt Bahnhof in Szczecin/Stettin, Bustransfer nach Cieszyno Drawskie.
Über individuelle Anreisemöglichkeiten  wird bei Bedarf zusätzlich informiert. (Liegt ca 120km östlich von Szczecin/Stettin, ca 250km von Berlin entfernt).

KULTUR- UND AUSFLUGSPROGRAMM: Ausflüge in die südwestliche Kaschubei, Wanderungen, Paddeltour (für Nicht-Paddler alternatives Programm), Vorträge zur Kultur , Filme,

SPRACHKURSE IM TANDEMVERFAHREN:

Tandem bedeutet, dass zeitgleich Deutsche Polnisch und Polen Deutsch lernen. Die gemeinsame Unterbringung, gemeinsame Kurseinheiten (jeden Tag gibt es neben dem Gruppenunterricht, 2 Unterrichtseinheiten im Tandemverfahren) sowie die Teilnahme an Workshops (Theater, deutsch-polnischer Chor, Kurszeitung u.a.) tragen dazu bei, dass man noch intensiver und quasi rund um die Uhr miteinander und voneinander lernen kann. Die angenehme Atmosphäre, die Vielfalt der Unterrichtsformen sowie das interessante Kultur- und Ausflugsprogramm haben einen hohen Erholungswert.
Auch das Freizeit- und Kulturprogramm wird gemeinsam absolviert. So werden Sie reichlich Möglichkeiten haben, in der Freizeit Ihre gerade erworbenen Sprachkenntnisse in der Praxis zu erproben.
Für den Unterricht stehen stets Muttersprachlerinnen als Lehrkräfte zur Verfügung, die langjährige Erfahrung in der Vermittlung von Polnisch als Fremdsprache haben. Diese gestalten für drei unterschiedliche Sprachniveaus Polnischunterricht auf abwechs­lungsreiche Art. Für jede Kleingruppe wurde jeweils ein spezielles Programm ausgearbeitet.
Zusätzlich werden Unterrichtseinheiten in Phonetik angeboten, weil dieser Teil des Spracherwerbs in anderen Kursen meist zu kurz kommt.
Filme in Originalsprache (mit oder ohne Untertitel), polnische Lieder, die für bestimmte Kulturtrends in Polen charakteristisch sind, Sprachspiele und viele landeskundliche Informa­tionen runden das Sprachprogramm ab.

ALLGEMEINES:

Vor dem Kurs können Sie sich mit allen Fragen an die Kursleiterin wenden, die Sie gerne über Detaills informiert. Spätester Anmeldetermin ist der
6. Mai 2019. Es wird jedoch empfohlen, möglichst schnell Kontakt mit den Veranstaltern aufzunehmen.

Neben dem Sommersprachkurs für Lehrkräfte und Multiplikator/-innen bieten wir auch das ganze Jahr über  Intensivpolnischkurse (7- bis 14tägige) für andere Berufsgruppen sowie für individuelle Bedürfnisse in Rzeszów (Südostpolen) an. Wir vermitteln  Unterbringung bei Gastfamilien oder im Hotel. Wenn Sie weniger Zeit haben, können Sie Polnisch zu Hause lernen, indem Sie die von uns seit vielen Jahren geführten Sprachkurse per Skype in Anspruch nehmen.

PL-35-074 Rzeszów,
ul. Piłsudskiego 31/319
e-mail: biuro@germanitas.pl
oder marta-pisarek@wp.pl
Homepage: www.germanitas.pl

Verantwortlich für die Organisation und das Programm sind:
Agnieszka Buk, mobil +48 607 222 522, e-mail agnusdei@wp.pl,
Marta Jakubowicz-Pisarek Tel: +48/17 8551 266,
mobil: +48 601 52 4055, e-mail: marta-pisarek@wp.pl.

Polen auf ITB Berlin mit Kulinarik und Sport

Angebote zum Testen, Mitmachen und Gewinnen in Halle 15.1

Mit dem besten Ergebnis in seiner Geschichte präsentiert sich Polen auf der diesjährigen ITB Berlin. Rund 19 Millionen ausländische Touristen bedeuten einen neuen Besucherrekord. Deutschland ist mit Abstand der wichtigste Markt für Polens Touristiker, deshalb hat für sie die Teilnahme an der ITB Berlin einen hohen Stellenwert. In Halle 15.1 präsentieren sich zahlreiche Regionen, Städte, Hotels und Veranstalter aus Polen vom 6. bis 10. März 2019 den Fachbesuchern und dem breiten Publikum.

Polen-Stand auf der ITB Berlin 2018. Foto: Paweł Rosik/Polnisches Fremdenverkehrsamt

Rund 75 Aussteller werben unter dem Dach der Polnischen Tourismusorganisation für ihre Angebote. Zu ihnen gehören wichtige Ferienregionen wie Zachodniopomorskie (Westpommern) oder Warmia-Mazury (Ermland-Masuren), bedeutende Städte wie Warszawa (Warschau) oder Kraków (Krakau), aber auch Kurorte, Hotels, Reiseveranstalter, die Fluglinie LOT sowie Anbieter von medizintouristischen Leistungen. Das polnische Landwirtschaftsministerium will für Ferien auf dem Bauernhof werben.

Optisch präsentiert sich die polnische Halle in einem neuen, frischen Design. Die Wände zieren Aquarelle des jungen polnischen Malers und Architekten Tytus Brzozowski. Er vermischt in seinen farbenfrohen Stadtansichten moderne Gebäude und Objekte aus der Vorkriegszeit mit surrealistischen Elementen. Ein Volleyball-Feld empfängt die Gäste am Eingang zur Halle 15.1. Der Volleyball-Verband des Landes will in Berlin auf die diesjährige Europameisterschaft der Frauen EuroVolley 2019 hinweisen. Polen ist einer der vier Gastgeber des Turniers. Besucher können Tickets für die Spiele gewinnen, die in Polens drittgrößter Stadt Łódź (Lodsch) ausgetragen werden.

Gäste der Messe können Polen in Halle 15.1 nicht nur optisch und akustisch erleben, sondern auch schmecken. Denn viele Aussteller kommen mit Produkten und Gerichten aus ihrer Heimat nach Berlin. So will die Region Dolnośląskie (Niederschlesien) für ihre kulinarischen Routen werben. Krakau präsentiert sich als „Europäische Hauptstadt der gastronomischen Kultur“ des Jahres 2019. Besucher können unter anderem bei Workshops der Königlichen Schokoladenmanufaktur „Wierzynek“ aus Krakau Trüffelfüllungen selbst herstellen und Schokolade dekorieren oder altpolnische Spezialitäten vom Team des bekannten Restaurants Pod Aniołami probieren. Die Region Lubuskie (Lebuser Land) stellt ihre Wein- und Honigroute vor und aus der Hauptstadt Warszawa (Warschau) präsentiert sich das neue Wodka-Museum.

Gesundheits- und Medizintourismus ist seit Jahren ein Wachstumsmarkt für Polen. Viele ausländische Gäste schätzen die gute Qualität der Behandlungen zu vergleichsweise günstigen Preisen. Auf einer Gesundheitsinsel in Halle 15.1 können sich Besucher über die Angebote von polnischen Kurorten sowie von Fachkliniken informieren. Neben Gewinnspielen und einem Workshop zur Herstellung von Naturkosmetik gibt es auch Angebote zur Nutzung von Sauerstoff-Therapien. Am Stand von Bydgoszcz (Bromberg) bietet das dortige Museum für Seifen und die Geschichte des Schmutzes Workshops zur Seifenherstellung an. Präsentieren werden sich auch die polnischen Gewinner des EDEN-Wettbewerbs, mit denen die Europäische Kommission noch unentdeckte Orte mit einer besonderen Atmosphäre oder in einer einzigartigen Landschaft fördert.

Freunde von Miniatureisenbahnen werden am Stand von Niederschlesien auf ihre Kosten kommen, wo ein Modell der Landschaft rund um die legendäre Burgruine Chojnik (Kynast) aufgebaut wird. Spannende Experimente für Groß und Klein rund um das Thema Wasser verspricht das Wissenschaftsmuseum Hydropolis aus Breslau. Vor der Kulisse des Schlosses von Niemodlin (Falkenberg) im Oppelner Land können sich Besucher in höfischen Tänzen, Kaligrafie oder der Dekoration von Lebkuchen üben. Am Stand von Poznań (Posen) gibt es während der Publikumstage unter anderem ein Schnupper-Wochenende zu gewinnen. Am Sonnabend lädt die Filmstadt Łódź zu einem Klavierkonzert ein, bei dem Stücke aus dem Soundtrack des Oskar-prämierten Films „Cold War“ erklingt. Besucher können am Stand von Lodsch auch Selfies mit historischen Filmkostümen machen.

Die ITB Berlin ist vom 6. bis 8. März nur für Fachbesucher geöffnet, am 9. und 10. März auch für das breite Publikum. Mehr Informationen zum Reiseland Polen unter www.polen.travel

Konzert Intern. Messiaen-Tage

In nur wenigen Tagen finden die 3. Internationalen Messiaen-Tage statt. Vielseitige namenhafte Künstler kommen nach Görlitz und Zgorzelec um den Gästen Messiaen´s Musik und Lebensgeschichte, sowie ein weites Spektrum unseres Lebens unter dem Themenfeld „Wurzeln“ zu beleuchten.

Das Festival bietet jedoch viel mehr. Neben zahlreichen Konzerten findet ein historisches Rahmenprogramm mit Frührungen und Vorträgen, sowie die Vernissage von Armin Mueller-Stahl statt.
Das gesamte Programm und weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite https://www.messiaen-tage.eu/

Am südöstlichen Stadtrand der Doppelstadt Görlitz-Zgorzelec liegt ein besonderer historischer Ort, der lange Zeit vergessen war und seit wenigen Jahren wieder ins Bewusstsein gehoben wird: das frühere Kriegsgefangenenlager Stalag VIII A. 120 000 Kriegsgefangene aus verschiedenen Nationen waren von 1939 – 1945 im Stalag VIII A registriert, geschätzte 12 000 überlebten es nicht. Viele von ihnen waren in Arbeitskommandos eingeteilt und prägten somit entscheidend das Görlitzer Stadtbild mit.

Zum Gedenken aller, die in diesem Lager litten, bangten und hofften, lädt der Meetingpoint Music Messiaen e.V. seit 2008 jährlich zu einem besonderen Konzert ein. Dass Musik nicht trennt, sondern verbindet und über Schmerz und Elend hinweghelfen kann, bewies der französische Komponist Olivier Messiaen, als er während seiner Gefangenschaft im Stalag VIII A sein musikalisches Meisterwerk das „Quartett auf das Ende der Zeit“ komponierte und gemeinsam mit drei Mitgefangenen erstmals am 15. Januar 1941 in der Theaterbaracke des Lagers aufführte. Heute gehört das Quartett zu den bekanntesten und meistgespielten Werken des 20. Jahrhunderts. Der Meetingpoint Music Messiaen e.V. erinnert jedes Jahr am 15. Januar am historischen Ort an dieses besondere Ereignis.

Die jährliche Aufführung dieses Stückes ist für unzählige Menschen aus der Euroregion zu einem inspirierenden und ermutigenden Ritual zum Jahresauftakt geworden. 2017 begann der Verein an diese Tradition anzuknüpfen und gründete aus dem wiederkehrenden Einzelereignis ein mehrtägiges Festival, welches Menschen auf beiden Seiten der Neiße, sowie aus ganz Europa an diesem einzigartigen Ort der (Musik-)Geschichte zusammenbringen will. Internationale Künstler treffen dabei auf Forschende zur jüngeren Geschichte der Region und das Publikum wird eingeladen Zeitgenössische Musik im historischen Ambiente der Grenzstadt, Führungen und Vorträge zu erleben und sich so dem Spannungsfeld Kunst-Krieg zu nähern.

Die Tickets können Sie online über Eventim und in dessen drei Vorverkaufsstellen in Görlitz erwerben.

Falls Sie noch unschlüssig sind, welches Konzert Sie besuchen möchten, empfehlen wir Ihnen herzlichst:

– Sinfonietta Dresden: Sinfoniekonzert „Naturklang-Klangnatur“

– Asambura Ensemble: Kammerkonzert „Fremd bin ich eingezogen“

– Wallis Giunta, Alden Gatt: Liederabend „Souvenirs d’enfance“