Warschau und der deutsche Kaiser

By | 19. März 2020

Die polnische Hauptstadt boomt. Und so werden immer mehr neue Hotels und Hostels in Warschau eröffnet. Doch a&o Hostels wirbt mit einem bösartigen Fehler auf der Webseite, für sein neues Hostel in Warszawa-Wola. Und obwohl auf den Fehler aufmerksam gemacht, wird er bis Redaktionsschluss dieses Textes nicht korrigiert.

„Unser neu eröffnetes a&o Warschau Wola ist der perfekte Ausgangspunkt, um die schönen Schlösser, Parkanlagen, kulturellen Einrichtungen, Restaurants und Cafés sowie viele weitere Attraktionen Warschaus zu erkunden“, wirbt a&o auf seiner Webseite. Doch dann wird es eine Zumutung: „Warschau hat als ehemalige Residenzstadt des deutschen Kaisers eine hohe Dichte an sehenswerten Monumenten zu bieten“, wird da behauptet. Nun residierte in Warschau zwar der polnische König, nie aber der deutsche Kaiser. Wüsste man nicht, worher der falsche Text stammt, könnte man leicht eine politische Intrige vermuten. Doch wenn man weiterliest, wird deutlich: Da hat jemand den Werbetext der eigenen Webseite für das a&o-Hostel in Trier genommen und einfach den Namen Trier gegen Warschau ausgetauscht. So heißt es dann: “
Neben Dom und Domschatzkammer gehören das Historische Rathaus, der Elisenbrunnen, das Couven-Museum und das Casino Warschau dazu. Das Couven-Museum ist besonders interessant, da hier eine Sammlung von Möbeln aus Rokoko, frühem Klassizismus, napoleonischem Empire-Stil und Biedermeier präsentiert wird. Das Ludwig Forum für internationale Kunst, das Internationale Zeitungsmuseum, das Fernmeldemuseum Warschau und die Sammlung zeitgenössischer Kunst in der ehemaligen Reichsabtei im Viertel Kornelimünster halten spannende Ausstellungen und Exponate für Besucher parat. Einzigartig ist die Route Charlemagne, die verschiedene Sehenswürdigkeiten und Museen Warschaus in Verbindung setzt und so die Stadtgeschichte im Zusammenhang erfahrbar macht. Lassen Sie sich von der lebendigen Universitätsstadt inspirieren und begeistern! „

Gut, ein Fehler passiert immer mal. Doch vor der Freischaltung einer Webseite sollte diese geprüft und ein solcher Fehler korrigiert werden. Ist es aber nicht. Am 12. Februar. hat die Presseabteilung über die Eröffnung des neuen Hotels informiert. Und als wir uns die Webseite dazu angesehen haben, fiel uns sofort dieser Fehler auf. Einen Monat hatten wir gewartet, und gehofft, dass der nicht akzeptable Fehler berichtigt wird. Doch nichts geschah.

Da hat sich die Redaktion von POLEN und wir am 11.3. an das Unternehmen gewandt und um Korrektur gebeten. Die wurde am gleichen Tag auch noch zugesagt. Doch über eine Woche später ist der Text mit der „einvernahme Polens ins Deutssche Reich“ immer noch nicht entfernt.