Author Archives: Karl Forster

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Redaktionsleiter

Wrocław schafft neuen Rekord

Wrocław, Europas Kulturhauptstadt, hat am 1. Mai einen Eigenen Rekord gebrochen.

Beim Weltrekord-Versuch auf dem Rynek in Wrocław.

Beim Weltrekord-Versuch auf dem Rynek in Wrocław.

Seit 2003 versucht man in der Stadt in Erinnerung an Jimi Hendrix möglichst viele Gitarristen zusammen zu bringen, die gemeinsam den berühmten Song „Hey Joe“ spielen. Damals startete man mit 588 Teilnehmern. Im nächsten Jahr waren es bereits 916, 2008 erreichte man 1951 Teilnehmer. Ein großer Sprung dann 2009, wo sich 6346 Spieler am Rynek versammelten. Eine weitere Steigerung 2012 mit 7273 Spielern. Jetzt, im Jahr der Kulturhauptstadt gelang es, 7345 Gitarrenspieler, von jungen Mädchen bis zu Rock-Opas zum gemeinsamen spielen auf den Marktplatz von Wrocław zu versammeln. Ein neuer Eintrag ins Guinness-Buch der Weltrekorde ist fällig.

Warten auf den großen Moment.

Warten auf den großen Moment.

Letzte Probe, an der Mauer der Elisabethkirche neben dem Marktplatz.

Letzte Probe, an der Mauer der Elisabethkirche neben dem Marktplatz.

Kulturzug ist gestartet

Kulturzug Berlin-Wrocław

Kulturzug Berlin-Wrocław

Berlin und Wrocław, das frühere Breslau, haben viel gemeinsame Geschichte. Schließlich waren es beides Preußische Städte. Doch mit der gemeinsamen Gegenwart ist es durchaus schwierig. Noch immer ist die nur 300 km entfernte polnische Stadt in Berlin kaum im Bewusstsein. Kein Wunder, dass auch die Verkehrsverbindungen immer schlechter wurden. Am 13. Dezember 2013 fuhr der vorerst letzte durchgehende Zug zwischen beiden Städten. Doch jetzt am 30. April 2016 wurde im kleinen Rahmen und für begrenzte Zeit wieder eine Bahnverbindung aufgenommen: Der „Kulturzug“. Anlaß dafür ist die Tatsache, dass Wrocław 2016 Europas Kulturhauptstadt ist. Zu diesem Anlass wurde ein am Wochenende verkehrender Sonderzug eingerichtet. Um die aufgrund der noch immer nicht vollständig restaurierten Strecke doch lange Fahrzeit von viereinhalb Stunden so angenehm wir möglich zu machen, wird schon im Zug einiges geboten.

Sprachkurs im Zug

Sprachkurs im Zug

Zu allererst kann man im Zug ohne Mühe einen kleinen Sprachkurs mitmachen. An den Wänden sind nämlich Zettel mit Sprachbeispielen angebracht. Dann kommt eine rollende Bibliothek durch den Zug wo man sich kostenlos Literatur über Wrocław für die Fahrtdauer ausleihen kann. In Kürze sollen auch die „Breslau-Krimis“ erhältlich sein. Aber auch ein kleines Kulturprogramm ist vorgesehen. Beim Start gab es beispielsweise literarische Kostproben über den Zuglautsprecher. Auf jeden Fall sollen immer Musikergruppen unterwegs zusteigen und eine Station lang die Fahrgäste unterhalten. Geplant sind auch Lesungen und Gespräche mit verschiedenen Autoren.

Natürlich ist auch die gastronomische Versorgung gewährleistet: Ein Trolley mit heißen und kalten Getränken, Snaks und Süsigkeiten zu günstigen Preisen ist im polnischen Teil der Strecke im Zug.

Der Kulturzug ist ein Projekt, das gemeinsam von der Stiftung ZukunftBerlin, der Kulturprojekte-Berlin GmbH, dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, der DB-Regio Nordost und der polnischen Koleje Dolnośląskie (Niederschlesische Eisenbahn) realisiert wurde.

Das Nationale Musikforum wurde im September 2015 eröffnet.

Das Nationale Musikforum wurde im September 2015 eröffnet.

In der Kulturhauptstadt wartet dann ein interessantes Kulturprogramm auf die Besucher der Stadt. An einigen Wochenende gibt es große Festivals. Zum Start des Kulturzuges konnte man in Wrocław ein Jazz und Gitarrenfestival besuchen.

Jazz-Festival am 30.4.2016 in der Jahrhunderthalle.

Jazz-Festival am 30.4.2016 in der Jahrhunderthalle.

TIPPS und HINWEISE:

Die Züge fahren jeweils Samstag und Sonntag um 8.31h ab Bahnhof Lichtenberg (Zustieg 8.36 am neuen Regionalbahnsteig in Ostkreuz möglich). Der Zug erreicht Wrocław um 13.05h. Die Rückfahrt ist am Samstag um 19.21h (Ankunft Lichtenberg 23.54), Sonntag bereits um 16.29h (Ankunft 21.33). Es ist auch möglich Samstag hin und Sonntags zurück zu fahren. Die Sonderfahrkarten zum Preis von 19 Euro je Strecke (Hin- und Rückfahrt 38 Euro) sind an den Verkaufsstellen sowie den DB-Automaten erhältlich. Die Tickets werden in Wrocław auch in Bussen und Straßenbahnen als Tageskarte anerkannt.

Das aktuelle Veranstaltungsprogramm in Wrocław ist online hier abrufbar. (auch auf Deutsch).

Die Berliner „Kulturprojekte Berlin GmbH“ hat zum Kulturhauptstadtjahr 2016 Wrocław gemeinsam   mit dem be.bra Verlag das Buch „Berlin und Breslau. Eine Beziehungsgeschichte“ veröffentlicht. Das Buch möchte beide Städte einander näher bringen. Herausgegeben von einem deutsch-polnischen Tandem, Mateusz Hartwich und Uwe Rada, beschreiben mehr als 20 deutsche und polnische Autorinnen und Autoren die verflochtene Geschichte beider Städte, ihre Gemeinsamkeiten, Konflikte und Utopien. Das Ergebnis ist die doppelte Stadtgeschichte einer grenzüberschreitenden Region mitten in Europa.
Ab Mai ist die Verlagsausgabe im deutschen Buchhandel zum Preis von 16 Euro erhältlich. Eine deutsch-polnische Sonderausgabe wird in Kürze im Online-Shop der Kulturhauptstadt Wroclaw 2016 unter www.wroclaw2016.pl erhältlich sein.

 

Eine ausführliche Berichterstattung zur Kulturhauptstadt finden Sie in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift „POLEN und wir“.  In der Januar-Ausgabe 2016 haben wir bereits ein Interview mit dem Stadtpräsidenten von Wrocław veröffentlicht.

Das alte Rathaus

Das alte Rathaus

Tagesfahrten nach Słonsk und Wrocław

Die Deutsch-Polnische Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland e.V. lädt zu Tages-Studienfahrten nach Słonsk und Wrocław ein.

Denkmale-für-die-OpferAm Sonntag, 12. Juni, findet eine Tages-Gedenkstättenfahrt  der VVN-VdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Verband der Antifaschistinnen und Antifaschisten) nach Słonsk statt. Dort befand sich das KZ Sonnenburg.

Seit 1833 betrieb der preußische Staat an dieser Stelle ein Gefängnis – in dem auch der Hauptmann von Köpenick zwölf Jahre einsaß. 1931 wurde die Haftanstalt aufgrund katastrophaler hygienischer Zustände geschlossen. Zwei Jahre später richteten die Nationalsozialisten das Gebäude als Konzentrationslager ein – und steigerten die Belegung sogar noch auf zeitweilig mehr als 1.200 Häftlinge. Zu den prominenten Insassen gehörten der Publizist Carl von Ossietzky und der Schriftsteller Erich Mühsam. 1934 wurde das KZ wieder in ein Zuchthaus umfunktioniert, in dem allerdings weiterhin auch politische Gefangene gefoltert wurden. Unmittelbar vor dem Eintreffen der heranrückenden Roten Armee, in der Nacht vom 30. auf den 31. Januar 1945, liquidierten SS-Einheiten mehr als 700 der rund 840 Häftlinge. Als die Sowjetsoldaten am kommenden Tag das verwaiste Zuchthaus öffneten, fanden sie einen Leichenburg vor, an dem der russische Kommandant sämtliche Frauen Sonnenbergs vorbeiführen ließ. Heute ist auf dem Gelände des ehemaligen KZs ein Museum eingerichtet.

Die Berliner VVN hat in den letzten Jahren die Gedenkstätte und das Museum mit gestaltet. Jetzt findet wieder eine Fahrt mit dem Bus dorthin statt. Abfahrt ist am 12. Juni um 8.30 vom Busparkplatz am Ostbahnhof. Die Fahrt wird gut zwei Stunden dauern, da wegen der Sperrung bei Kostrzyn für Busse der Weg über Frankfurt/Oder führt. Auf dem Programm stehen u.a. ein Besuch der Ausstellung im Museum sowie ein Besuch des Friedhofs. Die Teilnahmegebühr beträgt 20 Euro. Anmeldungen per e-mail an Edith Pfeiffer <edith.pfeiffer@nexgo.de>.

kulturzug.phpDie Fahrt mit dem Kulturzug nach Wrocław findet als gemeinsame Veranstaltung mit dem Kulturring in Berlin e.V. am Samstag, 2. Juli statt. Der Zug startet um 8.31h in Berlin Lichtenberg. Im Zug findet ein Kulturprogramm statt. Nach der Ankunft um 13 Uhr ist eine dreistündige Stadtführung mit Besuch des Doms und der Aula der Universität. Die Führung endet gegen 16 Uhr am Alten Markt, dann ist ein gemeinsamer Kaffee-Besuch geplant. Anschließend ist Zeit zur freien Verfügung. Die Rückfahrt erfolgt gegen 19.30h wieder mit dem Kultur-Zug mit Programm.

Die Kosten für den Besuch belaufen sich incl. der Fahrt, Führung, Reiseleitung und einem Vorbereitungstreffen auf ca 55 Euro. Weitere Informationen und Anmeldungen telefonisch unter 030 5616170 (Frau Pruß).

Marek Prawda Botschafter der EU in Warschau

Die Europäische Kommission hat heute (Donnerstag, 31.3.2016) Dr. Marek Prawda zum neuen Leiter der Kommissionsvertretung in Polen ernannt.

Marek Prawda, der sein Amt am 1. April 2016 antritt, blickt auf mehr als zwanzig Jahre diplomatischer Erfahrung zurück. Als erfahrener Berufsdiplomat hat Prawda seit den frühen 1990er Jahren unter verschiedenen polnischen Regierungen sowohl in Warschau als auch im Ausland gedient.

1992 trat er seinen ersten Posten als Erster Sekretär der Botschaft Polens in Bonn an, wo er sechs Jahre tätig war, bevor er zum stellvertretenden Direktor und 1999 zum Direktor der Abteilung für Westeuropa im polnischen Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten ernannt wurde. 2001 wurde er Direktor des Ministerbüros im selben Ministerium und anschießend für vier Jahre als Botschafter Polens nach Schweden entsandt. 2005 kehrte Dr. Prawda als Direktor ins Ministerbüro im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten zurück, bevor er 2006 sein Amt als Botschafter Polens in Deutschland antrat. In Berlin war er bis 2012 tätig, als er zum Ständigen Vertreter Polens bei der Europäischen Union ernannt wurde. Am 1. März kehrte er als Botschafter und Berater der Abteilung für Europapolitik im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten nach Polen zurück.

Dr. Prawda absolvierte ein Studium an der Universität Leipzig mit einem Abschluss in Wirtschaftswissenschaften. Danach promovierte er in Soziologie im Rahmen seines Promotionsstudiums am Institut für Philosophie und Soziologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften und nahm anschließend in der Abteilung für Germanistik des Instituts eine Forschungstätigkeit auf. Seinen letzten Posten als Ständiger Vertreter Polens bei der Europäischen Union bekleidete er von September 2012 bis März 2016. Dann wurde er von der neuen polnischen Regierung abberufen. Jetzt wechselt er auf die andere Seite und vertritt die EU in Warschau.

Seit Amtsantritt der Juncker-Kommission werden die Leiter der Vertretungen vom Präsidenten ernannt und sind seine politischen Vertreter in den Mitgliedstaaten, in die sie entsandt werden.

Stipendien der polnischen Regierung

Stipendien der polnischen Regierung für Studien- und Forschungsaufenthalte an polnischen Hochschulen

Das Ministerium für Wissenschaft und Hochschulwesen (Ministerstwo Nauki i Szkolnictwa Wyższego) der Republik Polen bietet für das Studienjahr 2016/2017 folgende Stipendien für Studierende, Graduierte, Promovierende und WissenschaftlerInnen von deutschen Hochschulen an:

  • Stipendien für Studien- und Forschungsaufenthalte (1-9 Monate) an polnischen Hochschulen für Studierende, Graduierte und Promovierende der Geistes-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften sowie für Graduierte aller Fachrichtungen, deren Studienabschluss nicht länger als 6 Jahre zurückliegt Details zur Ausschreibung
  • Semesterstipendien für Slavisten (4 Monate) für Studierende, Graduierte, Promovierende und WissenschaftlerInnen für Studien- bzw. Forschungsaufenthalte an den Polonistik-Abteilungen polnischer Universitäten Details zur Ausschreibung
  • Stipendien zur Teilnahme an Sommerkursen der polnischen Sprache und Kultur an polnischen Hochschulen:
    Information bei Frau Alicja Głowacka, Büro für Akademische Anerkennung und Internationalen Austausch: a.glowacka@buwiwm.edu.pl, +48 22 393 38 16

Auf dem neu gegründeten Portal des polnischen Ministeriums für Wissenschaft und Hochschulwesen finden Sie alle Informationen rund um das Studium in Polen sowie eine Suchmaschine der Studiengänge an polnischen Hochschulen: http://www.go-poland.pl/de

Kulturzug Berlin-Wrocław

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Die südwestpolnische Metropole Wrocław (früher Breslau) ist im Jahr 2016 europäische Kulturhauptstadt. Aus diesem Anlass besteht ab 30. April bis in den September an den Wochenenden eine direkte Zugverbindung zwischen Berlin und Breslau, hier die Fahrzeiten und weitere Informationen:

– Fahrpreis: einfache Fahrt 19 € (Hin- und zurück 38 €)

– Hinfahrt jeweils Samstag und Sonntag um ca 8.30h.  Rückfahrt Samstag, 19.21, Sonntag 16.29. Somit bietet sich der Kulturzug sowohl für eine Tagestour am Samstag als auch für eine Fahrt übers Wochenende bis Sonntag nachmittag.

– VBB-Tarif (Verkehrsverbund) gilt in diesen Zügen nicht

– Fahrradmitnahme ausgeschlossen

– eingesetzte Fahrzeuge sind nicht barrierefrei

– Züge halten in Berlin, Cottbus und Forst nur zum Einsteigen (Richtung Wrocław) bzw.
Aussteigen (aus Richtung Wrocław)

– im Zug wird es ein Kulturprogramm geben

Weitere Informationen erhalten Sie demnächst auf VBB.de

Neues Heft im Druck

Die nächste Ausgabe von POLEN und wir ist im Druck. Die Ausgabe April-Juni wird voraussichtlich ab 22.3. bei den Abonnenten sein. Das Heft widmet sich der neuen Politik in Polen und lässt zahlreiche Autoren aus Polen zu Wort kommen.

Architektur-Studienreise nach Wrocław

Architekturreise%20Breslau2016 ist Breslau Kulturhauptstadt Europas.
« Nun ist es eine bekannte Tatsache: was ein richtiger Berliner ist, stammt aus Posen oder aus Breslau» hat Kurt Tucholsky 1920 geschrieben. Heute ist Wrocław, das frżhere Breslau, den Berlinern weitgehend unbekannt. Zu Unrecht, zumal die westpolnische Stadt – nur 3 Stunden von Berlin entfernt – neben ihrer 1000 Jahre alten Geschichte weit mehr zu bieten hat als die spektakuläre Jahrhunderthalle von Max Berg, die besonderen Bauten der Klassischen Moderne wie das Kaufhaus Petersdorff von Erich Mendelsohn, Geschäfts- und Bürohäuser von Hans Poelzig und Adolf Rading, sowie die Werkbundsiedlung WUWA mit dem Hotel von Hans Scharoun. Auch wegen erfrischender zeitgenössischer Architektur und coolem Interior Design lohnt sich eine Reise in die Oderstadt. Nach westlichen Vorbildern versucht sich eine junge Architektenschaft an neuen Formen, der ehrgeizige Bürgermeister und Stadtpräsident Rafał Dutkiewicz hat der Stadt ein neues Image gegeben.
WrocLOVE ist die Devise!

Details zu der Reise finden Sie auch auf der Webseite www.ticket-b.de
Das ausführliche Reiseprogramm mit Preisen hier downloaden (PDF-Datei)

Ministerpräsidentin Beata Szydło in Berlin

_DSC0035Polens Ministerpräsentin hielt am Samstag, 12. Februar, ihren Antrittsbesuch in Berlin. Nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sie bei einer Veranstaltung der Körber-Stiftung Berlin.

Die gesamte Veranstaltung (etwa eine Stunde) kann (Ton = Dolmetscherübersetzung) in YouTube angesehen und gehört werden: (Link zum Video)

Gleich zu Anfang machte Szydło deutlich, dass sie jede Kritik an der polnischen Politik von sicht weisst. Die europäischen Politiker sollen sich nicht mit den „internen Dingen Polens“ befassen. Es seien gute Veränderungen, die derzeit in Polen stattfänden, und derartige Veränderungen wollten auch die Wähler, denn sie hätten ja das Programm der Partei »Recht und Gerechtigkeit« gewählt. Vielleicht hätten sich die westlichen Medien schlecht informiert, wie die neue Regierung arbeite, meinte die Ministerpräsidentin.

So ging sie nur kurz auf die in der Begrüßung durch die Körber-Stiftung angesprochenen Dinge ein: „Unsere internen Sachen und Probleme, weil hier am Anfang etwas gesagt wurde über Zweifel bezüglich des Verfassungsgerichts oder die Medienreform, das sind interne Probleme von Polen. Das sind Entscheidungen, die vom polnischen Parlament gemacht worden sind und ich denke, dass diese Themen es nicht wert sind, dass europäische Politiker sich damit befassen. Während europäische Politiker zu unserem Verfassungsgericht fragen, sagen wir nichts zur europäischen Migrantenkrise. Die polnische Demokratie ist ein großer Wert, und die Polen schätzen die Freiheit. Wir haben lange dafür gekämpft. Die Tatsache, dass wir jetzt Mitglied der EU und der NATO sind, ist ein großer Wert, und dieser Wert wird von uns nie wieder weggegeben. … Wir haben unterschiedliche Meinungen in der EU von Zeit zu zeit, weil wir unterschiedliche Völker sind, jeder hat eine andere Geschichte, jeder hat eine andere geopolitische Lage, eine andere wirtschaftliche, eine andere gesellschaftliche Lage.“

Der Rest der insgesamt 40minütigen Rede war ein Plädoyer für die „Werte der Europäischen Union“, wobei sie offen ließ, was nun zu diesen Werten zählt. Europa dürfe sich nicht spalten. Auch Großbritannien müsse in der EU bleiben, habe sie kürzlich dem britischen Premier erklärt.

Als ein Ergebnis der Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel hob die Ministerpräsidentin hervor, dass zur Linderung der Flüchtlingskrise ein gemeinsames humanitäres Projekt auf den Weg gebracht werden soll. Zur Frage der Aufnahme von Flüchtlingen, wies sie darauf hin, dass in Polen inzwischen rund 1 Million Ukrainer aufgenommen wurden.

_DSC0061Die eigenlich geplante Diskussion war durch die Verspätete Ankunft der Ministerpräsidentin nur extrem kurz geraten. Nur eine Frage der Moderatorin und zwei aus dem Publikum waren möglich. Nora Müller, Leiterin des Bereichs Internationale Politik der Körber-Stiftung sprach die außenpolitische Grundsatzrede des Außenministers im Parlament an. Darin kam Deutschland erst in der 45. Minute, nach vielen anderen Themen und Staaten (Visegrad-Staaten, baltische Staaten, Großbritannien), vor.  Sie fragte, ob sich ein neues Intermarium-Konzept zeige (Polens Interesse liege an den Staaten zwischen den beiden Meeren – Ostsee und Mittelmeer – ) und „Weimar“ eine geringere Rolle spiele. Szydło antwortete, dass sie sich Polen ohne Deutschland und Deutschland ohne Polen nicht vorstellen könne. „Unsere Beziehungen erfordern keine Besonderheiten, keinen neuen Aufbau, weil sie immer noch sehr gut sind.“   Als persönliche Bemerkung fügte sie hinzu, dass sie in Oświęcim (Auschwitz) geboren wurde und sie täglich sehe, wie die Beziehungen durch Jugendliche aus Deutschland und Polen gerade an diesem Ort entwickelt werden.

Nora Müller sprach die Ministerpräsidentin auch auf ihre Vorstellung auf dem PiS-Parteitag an („Mein Name ist Szydło, Beata Szydło“). Der Eindruck von James Bond führe zu der Frage, wenn sie James Bond sind, wer ist dann ihr „M“? Szydło antwortete schmunzelnd: „Na ja, ein Rätsel“, fuhr jedoch sofort mit der Bemerkung fort, dass es wichtig sei, dass heute immer mehr Frauen in führenden politischen Positionen sei. Sie verwies da auf Angela Merkel oder Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg.

Aus dem Publikum wurde Szydło gefragt, wie sich Polen den Problem der Flüchtlinge („Nicht, wie sie es ausdrücken den Migranten“), die heute schon in Europa sind, stellen würde. Wird sich Polen dem Problem stellen, oder weiterhin davonlaufen?  Beata Szydło antwortete, dass Polen ein Land sei, das den Menschen hilft, die Hilfe benötigen. Zur Zeit seien eine Million Menschen aus der Ukraine nach Polen gekommen, aber die EU unterstütze Polen nicht. Ansonsten habe die EU bislang keine wirksamen Beschlüsse zur Lösung der Probleme gefasst. Polen unterstütze die Zusammenarbeit mit der Türkei. Außerdem müssen die Außengrenzen der EU stärker geschützt werden.

_DSC0003Vor der Tür der Veranstaltung protestierte derweilen das Komitee zur Verteidigung der Demokratie (KOD). Michał Talma-Sutt, in Berlin lebender Komponist und Aktivist von KOD wollte eigentlich der polnischen Ministerpräsidentin ein Geschenk überreichen: Ein edel gebundenes Exemplar der polnischen Verfassung. Doch die Veranstalter hatten seine Akkreditierung für die Veranstaltung offensichtlich gestrichen, so daß er bei den Demonstranten vor der Tür bleiben musste.

 

 

 

 

Tandemsprachkurs in Polen

Tandemsprachkurs in Polen: Noch Plätze für deutsche Teilnehmende
frei

Das Polnisch-Deutsche Bildungswerk ‚GERMANITAS‘ (= lat.
Brüderlichkeit) organisiert Tandemsprachkurse Deutsch-Polnisch für
Lehrkräfte, MultiplikatorInnen des Jugend- und Sportaustauschs sowie
an der Sprache und Kultur Polens interessierte deutsche Teilnehmer.

Bereits seit 20 Jahren veranstaltet ‚Germanitas‘ deutsch-polnische
Sommersprachkurse im Tandemverfahren. Diese Kurse werden vom
Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW) unterstützt.

In diesem Jahr wird der Kurs im malerischen Jura-Gebirge im schön
gelegenen Touristendorf Kroczyce (60 km von Katowice) stattfinden.

TERMIN: 31. Juli – 13. August 2016

ORT: Zajazd Magda, 42-425 Kroczyce, ul. Armii Ludowej 75,
www.zajazd-magda.pl

KURSGEBÜHR: ca. 450 Euro (genaue Summe hängt ab vom Zuschuss des
Deutsch-Polnischen Jugendwerks)

IM PREIS INBEGRIFFEN:
– 75 Std. Polnischunterricht bei erfahrenen Sprachlehrkräften,
– Tandem mit polnischen Muttersprachlern,
– Vortrags-, Kultur- und Besichtigungsprogramm (alles inklusive)
– Vollpension,
– Unterbringung in Zweibettzimmern (gemeinsam mit
polnischem/polnischer Muttersprachler/-in), Einzelzimmer gegen
Zusatzgebühr möglich

TEILNEHMENDE:
– max. 25 deutsche und 25 polnische Teilnehmende (engagierte Lehrende
und sonstige Multiplikatoren des Jugend-, Kultur- und Sportaustauschs
bzw. solche, die einen solchen Austausch im Anschluss an den Kurs
beabsichtigen),
– 6 LektorInnen aus Polen und Deutschland,
– Kursleiterin ist Marta Jakubowicz-Pisarek.

UNTERKUNFT:
– schöne Pension in einer Waldgegend,
– gut ausgestattete Einzel- und Doppelzimmer mit Bad, TV, W-Lan,
– Parkplatz, Restaurant.

ANREISE: über Katowice oder Krakau, Bustransfer nach Kroczyce
Über individuelle Anreisemöglichkeiten wird bei Bedarf zusätzlich
informiert.

KULTUR- UND AUSFLUGSPROGRAMM: Ausflüge u.a. nach Krakau, zu den
Adlerhorst-Burgen, Vorträge zur Kultur und Geschichte der Region,
Workshop deutsch-polnischer Chor, Liederabende, Filme, zahlreiche
Sportmöglichkeiten.

SPRACHKURSE IM TANDEMVERFAHREN:
Tandem bedeutet, dass zeitgleich Deutsche voneinander Polnisch und
Polen Deutsch lernen. Die gemeinsame Unterbringung, gemeinsame
Kurseinheiten (jeden Tag gibt es neben dem Gruppenunterricht
Unterrichtseinheiten im Tandemverfahren) sowie die Teilnahme an
Workshops (Theater, Kurszeitung, deutsch-polnischer Chor u.a.) tragen
dazu bei, dass man noch intensiver und quasi rund um die Uhr
miteinander und voneinander lernen kann. Die Tandempaare wechseln
jeden Tag. Auch das Freizeit- und Kulturprogramm wird gemeinsam
absolviert. So werden Sie reichlich Möglichkeiten haben, in der
Freizeit Ihre gerade erworbenen Sprachkenntnisse in der Praxis zu
erproben. Für den Unterricht stehen Muttersprachler als Lehrkräfte
zur Verfügung, die langjährige Erfahrung in der Vermittlung von Polnisch
als Fremdsprache haben. Diese gestalten für drei unterschiedliche
Sprachniveaus Polnischunterricht auf abwechslungsreiche Art. Für jede
Kleingruppe wurde jeweils ein spezielles Programm ausgearbeitet.
Zusätzlich bieten wir Unterrichtseinheiten in polnischer Phonetik an,
weil dieser Teil des Spracherwerbs bei den meisten Kursen zu kurz
kommt.
Filme in Originalsprache (mit oder ohne Untertitel), polnische Lieder,
die für bestimmte Kulturtrends in Polen charakteristisch sind,
Sprachspiele und viele landeskundliche Informationen runden das
Sprachprogramm ab.

ALLGEMEINES:
Vor dem Kurs können Sie sich mit Fragen an die Kursleiterin wenden,
die Sie gerne über Details informiert. Spätester Anmeldetermin ist
der 1. Juni 2016. Es wird jedoch empfohlen, möglichst schnell Kontakt mit
den Veranstaltern aufzunehmen.

Verantwortlich für die Organisation und das Programm ist:
Marta Jakubowicz-Pisarek Tel: +48/17 8551 266, mobil: +48 601 52
4055, E-mail: marta-pisarek@wp.pl