Author Archives: Karl Forster

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Redaktionsleiter

Interview mit Prof. Koch

Am 5. Juli fand die Veranstaltung zum 65. Jahrestag des Bestehens der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland statt. Funkhaus Europa, ein mehrsprachiger Rundfunksender von WDR, RBB und Radio Bremen führte aus diesem Grund am 6. Juli ein Interview mit dem Vorsitzenden der Gesellschaft, Prof. Dr. Christoph Koch, das noch am gleichen Tag gesendet wurde.

Das Interview ist online bei Funkhaus Europa zu hören, einfach hier den LINK anklicken.

Der Textbeitrag auf der Internetseite von Funkhaus Europa ist hier zu finden.

deutsch-polnische-geselschaft-koch- ARDFotogalerie

Christoph Koch – Foto: ARDFotogalerie

Neuer Präsident gewählt

PRÄSIDENTSCHAFTSWAHLEN IN POLEN

Andrzej_Duda_(9851867824)_(cropped)Andrzej Sebastian Duda, der Herausforderer von Bronisław Komorowski, hat die Wahlen in der Stichwahl gewonnen. Der Europaabgeordnete Duda war als Kandidat der Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) angetreten.

 

 

Hier die Details der Ergebnisse der staatlichen polnischen Wahlkommission:

Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei: 55,34 %
Auf Andrzej Duda entfielen 51.55% der abgegebenen Stimmen,
für den amtierenden Präsidenten Bronisław Komorowski 48,5 %.

Wie sich schon in den Kommunal-, Regionalwahlen im November 2014 abzeichnete, hat auch dieses Mal der Osten Polens mehrheitlich für A. Duda votiert.
In der Wojewodschaft PODKARPACKIE stimmten 71,39 % für A. Duda, gefolgt von LUBELSKIE (66.37%), MAŁOPOLSKIE (62.09%), ŚWIĘTOKRZYSKIE (61.74%), PODLASKIE (59.31%), ŁÓDZKIE (53.75%) und MAZOWIECKIE (53.57%). In den anderen Wojewodschaften gewann Bronisław Komorowski die Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Auffällig ist, dass die Menschen im ländlichen Raum, die jüngeren Menschen (18-29 Jahre) sowie die Männer mehrheitlich Andrzej Duda wählten. Je größer die Stadt und je weiter im Westen, desto höher die Zustimmung für Bronisław Komorowski.

Die in Deutschland lebenden Polen wählten mehrheitlich Bronisław Komorowski (53,08%). Andrzej Duda erhielt hier 46,92 % der Stimmen. In Berlin erhielt Bronisław Komorowski 72,22 % der abgegebenen Stimmen. Die Polen im Ruhrgebiet stimmten dagegen mehrheitlich für Andrzej Duda (50.48 – 54,01%), in München erhielt er 53,76 – 53,73% der Stimmen. Die Wahlbeteiligung der Polen in Deutschland lag bei recht hohen 67,89%.

(Quelle: pkw.gov.pl, 25.05.15, 21:00 Uhr)

KOMMENTARE:

Die ZEIT kommentierte die Wahl so: „Polen hat einen antirussischen Euroskeptiker gewählt“
Die Süddeutsche titelte: Die Stimme der Verlierer
Der österreichische Standard schrieb: „Vom Nobody in sechs Monaten zum polnischen Präsidenten“
Aus dem Kommentar der tagesschau: „In der EU wurde Sorge vor Populismus laut. … Duda verlangt unter anderem mehr Eigenständigkeit für die Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Er tritt gegen künstliche Befruchtung, für stärkere Kontrollen der Banken und für eine Senkung des Rentenalters ein. Im Wahlkampf machte er mit teuren Wahlversprechen von sich reden. Duda war Staatssekretär im Kabinett von Komorowskis nationalkonservativem Amtsvorgänger Lech Kaczynski, der 2010 bei einem Flugzeugunglück in Smolensk ums Leben kam. … Der christdemokratische Europapolitiker Elmar Brok sprach von einem Warnsignal für die polnische Parlamentswahl im Herbst. Duda habe vollmundige Versprechen wie die Schaffung neuer Arbeitsplätze und gleichzeitige Steuersenkungen gemacht, „wie sie zum Konzept von Populisten gehören“, sagte Brok dem „Tagesspiegel“. Er gehe aber nicht davon aus, dass Dudas Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) im Herbst in der Lage sein werde, nach der Wahl eine Regierungskoalition zu schmieden.“

Eine neue „Links“-Partei ??

Ein Kommentar von Karl Forster.

Mal schnell vor der Wahl eine neue Partei gründen. Das ist in Polen nicht ungewöhnlich. Voraussichtlich im Oktober 2015 sollen die nächsten Parlamentswahlen sein. Dabei hat die Linke in Polen bei der Präsidentschaftswahl eine klar Klatsche erhalten. Die linken Kandidaten bekamen zusammen gerademal 3,8 % der Stimmen. Jetzt formierte sich Mitte Mai eine neue politische Bewegung die Basis für eine neue Linkspartei sein will. Der Name gleicht einem satirischen Gegenpol zur nationalkonservativen Kaczynski-Partei Recht und Gerechtigkeit und lautet „Wolność i Równość“ (Freiheit und Gleichheit)

Die Initiatoren von WiR sind der Auffassung, dass die bisherigen linken Parteien ihr Potenzial ausgeschöpft haben. Die Idee zur neuen Bewegung stammt von vier linksorientierten Professoren: Jan Hartman, Kazimierz Kik, Magdalena Sroda und Genowefa Grabowska. Sie haben ein Programm ausgearbeitet und wollen als Mentoren von WiR fungieren.

Geführt werden soll die Bewegung von Politikern. Laut „Gazeta Wyborcza“ haben Ex-Mitglieder des Bündnisses der Demokratischen Linken (SLD), der linksliberalen Partei Deine Bewegung (TR) und der Arbeitsunion (UP) ihr Interesse an einem Beitritt zu WiR ausgedrückt.

Wie „links“ die neue Bewegung allerdings tatsächlich ist, bleibt noch dahingestellt. Einer der Initiatoren, Kazimierz Kik ist beispielsweise der Auffassung, „dass man mit der aus der Wendezeit 1989 stammenden Teilung zwischen Links und Rechts Schluss machen“ sollte.  Die neue Bewegung solle sich daher auf Sozialfragen ebenso konzentrieren wie auf „Patriotismus“. Und auch die Wähler will man offensichtlich auch aus dem konservativen Lager gewinnen. Kik betonte, „dass die Mehrheit der polnischen Wähler katholisch ist, daher könne man selbst die Linke nicht auf Antiklerikalismus aufbauen“.

„Local Heroes“

Infographik Local Heroes„Local Heroes“, das Projekt für freiwilliges soziales Engagement in Deutschland und Polen, beginnt! Let’s go!
„Local Heroes”  ist ein Facebook gestützter Wettbewerb, der von den Freiwilligen des Deutsch-Polnischen Jugendwerks organisiert wird und sich an junge Erwachsene aus Deutschland und Polen richtet, um sie zu motivieren, in ihrer Umgebung sozial aktiv zu werden.
Allen Teilnehmenden soll aufgezeigt werden, dass soziale Aktivitäten vor allem Spaß machen und Vorteile mit sich bringen kann. Denn dabei kann man ein soziales Berufsfeld kennen lernen und Schlüsselkompetenzen entwickeln, die bei der zukünftigen Jobsuche nützlich sein können.
Beim Wettbewerb sollen junge Erwachsene in Dreiergruppen ein soziales Projekt in ihrer Umgebung durchführen und darüber ein Video drehen. In der Vorbereitungsphase werden die Teilnehmer/-innen über freiwilliges Engagement informiert und sie erhalten Inspirationen, was sie für ihr Umfeld tun können. Das Video wird auf die Facebook-Applikation des Wettbewerbs hochgeladen, wo die User abstimmen können. Die Gruppen mit den besten Projekten nehmen an einer Jugendbegegnung in Świnoujście (Schwinemünde) teil.

Zielgruppe:
Junge Leute zwischen 16 und 26 Jahren aus Deutschland und Polen.

Organisatorische Informationen:
Anmelden kann man sich über die Webseite www.localheroes.dpjw.org oder über Facebook: www.facebook.com/DPJWPNWM

Anmeldeschluss ist der 17. Mai 2015.

Jugendbegegnung „Gemeinsam erinnern“

Die Evangelische Landjugendakademie in Altenkirchen und das Instytut Regionalny w Katowicach suchen Teilnehmer für eine deutsch-polnische Jugendbegegnung zum Thema „Gemeinsam erinnern – gemeinsam die Zukunft gestalten“

Termin: 07.09. – 11.09.2015

Lernst Du gerne Menschen aus anderen Ländern kennen und hast Spaß an interkulturellen Begegnungen? Willst Du die Menschen aus deinem Nachbarland besser kennenlernen?

Suchen Sie für Ihre Jugendgruppe noch Möglichkeiten für eine interkulturelle Begegnung mit vielfältigem Angebot – all das bietet die deutsch-polnische Jugendbegegnung in Altenkirchen.

Freundschaft entsteht am besten in jungen Jahren und wird durch gemeinsame Aktionen gefestigt.

Mit Hilfe von unterschiedlichsten pädagogischen Konzepten, wie einem Theater-Workshop, einer Gedenkfahrt und gemeinsamen Spielen und Gesprächen sollen sich fremde Jugendliche aus Deutschland und Polen kennenlernen, Freundschaften knüpfen und zum gemeinsamen Dialog und Austausch motiviert werden.

Ziel der deutsch-polnischen Jugendbegegnung in Altenkirchen ist es, das Verständnis der Jugendlichen für die Position und Kultur der anderen mit ihren Unterschieden zu schärfen und durch das Bewusstwerden der Gemeinsamkeiten und des Miteinanderlebens kreativen Raum zur gemeinsamen Gestaltung der Zukunft in Europa zu geben.

Folgende Inhalte werden u.a. thematisiert:

* Förderung der internationalen Völkerverständigung

* Theater-Workshop zur interkulturellen Kommunikation

* Gemeinsame Erinnerungskultur – Exkursion zur Gedenkstätte Hadamar

* Sensibilisierung der Jugendlichen zum europäischen Bewusstsein

Zielgruppe:   Die Begegnung richtet sich an Jugendliche zwischen 16-21 Jahren. Es sind keine Polnischkenntnisse nötig, da die polnischen Begleitpersonen zweisprachig (Deutsch/Polnisch) sind. Es besteht explizit die Möglichkeit sich als gesamte Jugendgruppe (10-15 Teilnehmende) anzumelden.

Weitere Informationen zu erfragen bei Philipp Schlicht, schlicht@lja.de Tel. 02681-951627

Alles Gute im Neuen Jahr

Der Vorstand der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland e.V. und die Redaktion „POLEN und wir“ wünschen allen Leserinnen und Lesern geruhsame Feiertage und alles Gute im Neuen Jahr.

Neue Ausgabe erschienen

Die neue Ausgabe 1/2015 der Zeitschrift POLEN und wir ist erschienen und ausgeliefert. Aus technischen Gründen kann sie erst in den ersten Januartagen im Online-System eingestellt werden. Wir bitten um Verständnis.

Zugverbindungen eingestellt

Die erst im August 2014 aufgenommene neue Zugverbindung zwischen Poznan und Frankfurt/Oder soll zum 31.12. bereits wieder eingestellt werden. Die Verbindung wurde von der DB durchgeführt, jedoch von der polnischen Bahn bestellt und bezahlt. Jetzt hat Polen die Verbindung abbestellt. Dabei sollte eben ein günstiges Posen-Ticket eingeführt werden.

Kurz zuvor wurde – pünktlich zum Fahrplanwechsel am 14.12.2014 – auch die Verbindung Hamburg-Berlin-Wroclaw eingestellt. Der EC Wawel war ursprünglich zwischen Berlin und Kraków (Krakau) verkehrt, dann auf Hamburg erweitert worden. Doch Fahrplanänderungen um in Berlin bessere Anschlüsse zu haben, führten in Kraków zu einer Verschlechterung der Verbindungen. So war aus der Region im Südosten der Morgenzug nach Berlin danach nicht mehr erreichbar. Auch abends gab es nur noch nach längerer Wartezeit einen Spätzug in die Südost-Region. So wurde die Verbindung Krakau-Berlin immer weniger genutzt. Nicht zuletzt auch, weil der Zug eine extrem lange Fahrzeit hatte, während die Autobahn jetzt gut ausgebaut wesentlich schnelleres Fortkommen ermöglichte. Die Folge: Eine Verkürzung der Strecke auf Wroclaw-Berlin-Hamburg. Nun wurde mit dem Wawel auch die letzte direkte Verbindung zwischen Berlin und Wroclaw gestrichen.

Protestaktion anlässlich der letzten Fahrt des EC Wawel. Politiker und Wirtschaftsvertreter forderten bei der symbolischen Kranzniederlegung drei tägliche Verbindungen zwischen Berlin und Wroclaw(Breslau). Foto: Forster

Protestaktion anlässlich der letzten Fahrt des EC Wawel. Politiker und Wirtschaftsvertreter forderten bei der symbolischen Kranzniederlegung drei tägliche Verbindungen zwischen Berlin und Wroclaw(Breslau). Foto: Forster

Ausgabe 4/2014

POLEN und wir, Heft 4/2014 vom 1.10.2014

Die Ausgabe 4/2014 erscheint am 1. Oktober 2014 und sollte bis spätestens 4.10. bei den Abonnenten sein.  Hier finden Sie die PDF-Ausgabe 2014-4 und einige ausgewählte Texte.

In der Ausgabe 4/2014, Heft 109 im 31. Jahrgang finden Sie:

Seite 3 Zwischen Angst und Größenwahn
Der ukrainisch-russische Konflikt rief die alten Dämonen der
polnischen Russenfeindlichkeit ins Leben zurück

Seite 5 Ein irrwitziges Strohfeuer – Neue Rechte im EU-Parlament

Seite 6 75. Jahrestag Überfall auf Polen – Gedenkfeier im Bundestag

Seite 7 Versuche der Umdeutung – Kommentar

Seite 8 Die Erinnerung verteidigen

Seite 9 Gewaltbereiter Rassismus

Seite 10 Im Zeichen der Zeitzeugen
70 Jahre nach dem Warschauer Aufstand

Seite 12 Das weibliche Gesicht des Aufstands

Seite 14 Beispiel für Krisenlösung – 25 Jahre Runder Tisch

Seite 16 Die Macht verfault – Bewegung für soziale Gerechtigkeit

Seite 17 Pole-Position – Reise zum unbekannten Nachbarn

Seite 18 Lager Kiesgrube – Schulprojekt in Dresden

Seite 19 “Deutschland – meine Leidenschaft”
Zum Tod von Mieczysław Tomala

Seite 20 Wir wollen kein Gas – Protest gegen Fracking

Seite 21 Menschenkette gegen Braunkohle

Seite 22 Neiße wurde wieder Bindeglied

Seite 24 Wie lernt man beim Radfahren polnisch?

Seite 25 Zwischen Oder und Bug – Polen und seine Grenzen

Seite 26 Frankfurt(Oder)-Poznan – Neue Zugverbindung

Seite 28 Neue Philharmonie erstrahlt in Szczecin