Polen und wir Heft 3-2000, Seite 14

 

Mütter mit behinderten Kindern sind nicht vergessen!

Ein Hilfsprojekt in Masuren

Von Michal Ogger

Es ist leicht vorstellbar, welcher Belastung Mütter ausgesetzt sind, die ein geistig und/oder körperlich behindertes Kind Tag und Nacht Hilfe betreuen und pflegen müssen. Da es außer Sonderschulen und Heimen in Polen keine weiteren Hilfen gibt, widmete sich diesem Problem vor etwa 3 Jahren ein Freundeskreis, indem er mittels Spenden diesen Müttern zu einer Erholungsmöglichkeit verhelfen möchte:

Die evangelische Kirchengemeinde in Mragowo/Masuren unterhält ein Gästehaus. Da die Ehefrau des dortigen Pfarrers Mendroch Krankengymnastin und Heilpädagogin ist und somit dort neben dem Gästehaus auch eine ambulante Rehabilitationsstation besteht, in welcher behinderte Menschen krankengymnastische und heilpädagogische Förderung kostenlos erhalten, sind behinderte Menschen unabhängig von ihrer Konfession auch im Urlaub herzlichst willkommen und können neben Erholung auch professionelle Förderung erhalten.

Um diese Möglichkeit auch sehr armen Müttern oder Vätern zu erschließen, sammelt seit etwa 3 Jahren ein Freundeskreis Spenden. Dadurch konnten während der letzten drei Jahre 12 Mütter bzw. Väter mit ihren behinderten Kindern sich kostenlos erholen, die heilpädagogische und krankengymnastische Förderung inbegriffen. Damit auch die wirklich Bedürftigen diese wertvolle Hilfe erhalten, werden betroffene Familien von den örtlichen Pfarrern beider Konfessionen benannt. Auf diese Weise konnten während der letzten drei Jahren bereits 12 Mütter/Väter mit ihren behinderten Kindern für jeweils ca. 10 Tage dieses Angebot wahrnehmen. Leider ist ein längerer Erholungsaufenthalt wegen der zu Hause gebliebenen Kinder selten möglich. Die Kosten betragen pro Paar und Tag z.Zt. DM 45 inclusive der erwähnten fachlichen Förderung.

Wie wichtig diese Hilfe für die Betroffenen ist, möge ein Brief vom Juni 2000 von Frau Mendroch verdeutlichen:

,,Mit ganz großer Freude schreibe ich diesen Brief. In letzter Zeit waren bei uns zwei behinderte Kinder mit ihren Eltern. Peter, 14 Jahre alt, leidet an einer Gehirnlähmung und ist mit seiner Mutter gekommen. Michael, ein 12 jähriger Junge, der durch einen Autounfall schwer behindert wurde, kam mit seinem Vater. Michael und seine Mutter sind vor zwei Jahren mit dem Auto verunglückt. Die Mutter war sofort tot und ihr Kind trug einen schweren Gehirnschaden und in dessen Folge eine Lähmung davon. Dieses Unglück stellt für die ganze Familie eine sehr große psychische Belastung dar. Die ganze Zeit über, die Vater und Sohn bei uns waren, haben wir mit Michael Rehabilitation gemacht und mit dem Vater wurden sehr viele Gespräche geführt. In dieser Arbeit haben wir Gottes Führung und seinen Segen gespürt. Ich bin Ihnen sehr dankbar für die große Mühe Eurer Arbeit, damit diese Hilfe für die Kinder stattfinden kann. Gott segne Euere Arbeit, damit wir den Leuten helfen können. Der zweite Junge kann sich nur krabbelnd oder im Rollstuhl bewegen. Er ist ein sehr liebes Kind. Beim Abschied haben alle geweint. Die Kinder könnten nicht zu uns kommen, wenn Sie uns nicht helfen würden. Später kommen noch andere Kinder. Wir danken Euch von ganzem Herzen für alles, was Ihr macht. Wir danken Gott für Eueren Dienst wenn Sie uns nicht helfen würden. Später kommen noch andere Kinder.

Wir danken Euch von ganzem Herzen für alles, was Ihr macht. Wir danken Gott für Eueren Dienst Ihr P. und D. Mendroch”

 

Michael Ogger ist Vorstandsmitglied im Landesverband Baden-Württemberg  der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland e.V)

 

Für diesen guten und wichtigen Zweck erbittet die DPG Baden-Württemberg Spenden auf das Konto Nr. 36 97937 bei der Landesbank Baden-Württemberg, BLZ 600 501 01, unter dem Stichwort ,,Hilfsprojekt Masuren”. Wir bitten dringend um einen deutlichen Vermerk des Absenders.